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München – Angesichts der anhaltenden Konsumflaute und harter Preiskämpfe baut der weltweit drittgrößte HaushaltsgeräteHersteller Bosch Siemens Hausgeräte (BSH) weiter Stellen in Deutschland ab. Die hiesigen Produktionsstandorte seien wegen der geringeren Nachfrage nach Haushaltsgeräten nicht mehr genügend ausgelastet, sagte Vorstandschef Kurt-Ludwig Gutberlet am Dienstag in München. Grund dafür seien Preisverfall, hohe Arbeitslosigkeit und eine stagnierende Baukonjunktur. „Ich gehe jedoch davon aus, dass es einen deutlich geringeren Arbeitsplatzabbau als im Vorjahr geben wird“, sagte Gutberlet.

Im Jahr 2003 hatte BSH in Deutschland 1000 der insgesamt rund 35000 Stellen abgebaut, darunter knapp 300 Arbeitsplätze im Werk Berlin-Spandau, wo BSH Waschmaschinen herstellt. BSH beschäftigt 43 Prozent seiner Mitarbeiter in Deutschland, macht aber mittlerweile 75 Prozent seines Umsatzes im Ausland. Die IG Metall schätzt, dass die Siemens-Tochter in den kommenden drei Jahren 3000 deutsche Arbeitsplätze in Niedriglohnländer verlagern wird. Die Zahl sei nur „eine Hochrechnung für den Fall, dass die Marktentwicklung so schlecht bleibt, wie sie es in den vergangenen beiden Jahren war“, sagte BSH-Personalvorstand Wolfgang Dowie. Davon gehe das Unternehmen jedoch nicht aus.

Derzeit werde mit dem Betriebsrat über Kostensenkungen verhandelt. Nach Angaben des Betriebsrats stehen in diesem Jahr in Deutschland 300 bis 500 Stellen zur Disposition. Eine vollständige Schließung von Standorten steht laut BSH-Chef Gutberlet aber nicht zur Debatte. Gutberlet wies darauf hin, dass eine Verlagerung von 450 Stellen vom Kühlschrankwerk im schwäbischen Giengen in die Türkei kürzlich durch den Verzicht auf übertarifliche Zulagen verhindert wurde. Er gab aber zu, dass „Beschäftigungszuwachs primär nur noch in den Wachstumsmärkten China, Osteuropa und USA stattfinden“ werde. Beschäftigungsgarantien könnten für keinen Standort abgegeben werden.

Beim Umsatz wird für BSH vor allem Osteuropa immer wichtiger. So legte der russische Markt 2003 um mehr als zehn Prozent, der slowenische um 31 Prozent zu. Dagegen wuchs der westeuropäische Markt zuletzt nur noch um 1,4 Prozent; der deutsche Heimatmarkt büßte sogar 2,4 Prozent ein. „Mittelfristig streben wir in Mittel- und Osteuropa einen Marktanteil um die 20 Prozent wie in Westeuropa an“, kündigte Gutberlet an. Bisher liegt der Anteil dort nur bei knapp zehn Prozent. Auch in China legte BSH im abgelaufenen Geschäftsjahr beim Umsatz zweistellig zu. Insgesamt machte BSH 2003 einen Konzernumsatz von 6,3 Milliarden Euro. Der Überschuss stieg von 257 auf 278 Millionen Euro. Im laufenden Jahr sollen Umsatz und Ergebnis leicht steigen.

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