Wirtschaft : Nachrichten

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Zu DDRZeiten war Cottbus ein Zentrum der Textilindustrie. Nach der Schließung der Werke fielen mehr als 4000 Arbeitsplätze weg. Heute sind im Agenturbezirk Cottbus, der zehn Landkreise umfasst, rund 84000 Menschen ohne Beschäftigung - eine Quote von 21,7 Prozent. Fast 32000 von ihnen sind Langzeitarbeitslose. Es sind vor allem das Baugewerbe und der Einzelhandel, die massiv Stellen abgebaut haben. Von den Jugendlichen unter 25 Jahren ist im Bezirk Cottbus jeder Fünfte ohne Job. Auf rund 2200 Ausbildungsstellen gibt es 8000 Bewerber.

Aber es tut sich was auf dem Arbeitsmarkt in Cottbus. So hat der Energie-Konzern Vattenfall in der Stadt 600 neue Arbeitsplätze geschaffen. Ein Sprecher der Kommune bezeichnet das als „Leuchtturmprojekt“. Erfreulich sei auch, dass sich im Dienstleistungsgewerbe ein Trendwende abzeichne. Gespräche mit drei Call-Centern, die insgesamt 900 neue Stellen in der Stadt schaffen wollen, befänden sich in der Endphase. Und auch die Ansiedlung der Minijob-Zentrale, die 600 neue Arbeitsplätze in Cottbus geschaffen habe, lasse hoffen.

Rund 1000 Ich-AGs seien im Jahr 2003 in Cottbus gegründet worden, sagte ein Sprecher der Arbeitsagentur. Die meisten davon im Dienstleistungsbereich, etwa Friseur- und Kosmetiksalons. Fraglich sei nur, ob sie sich auf dem Markt behaupten könnten. Langzeitarbeitslose beschäftigt die kommunale Gesellschaft ACOL. Träger sind unter anderem die Stadt Cottbus und die IG Metall. Seit ihrer Gründung im Jahr 1992 waren bei der ACOL rund 6300 Menschen beschäftigt -- zurzeit sind es 130. Die Gesellschaft arbeitet vor allem in den Bereichen Umwelt- und Wohnraumverbesserung und betreibt eine Möbel- und Gebrauchtwarenbörse. ny

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