Wirtschaft : Nachrichten

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Blühende Landschaften – auch die findet man in Sangerhausen. Schließlich ist das Rosarium die größte Rosensammlung der Welt. Die vor drei Jahren gegründete Rosenstadt Sangerhausen GmbH soll den Traditionsgarten besser vermarkten und mehr Touristen in die Stadt bringen. Mit Tourismus verbindet sich die vage Hoffnung auf eine bessere wirtschaftliche Zukunft in einer Region, die bis vor der Wende durch Kupferbergbau und Metallindustrie geprägt war. Im Mansfeld Kombinat arbeiteten damals noch 48000 Mitarbeiter. Kumpel sind heute nur noch im Museumsbergwerk beschäftigt. 33218 Menschen sind im Bereich der Agentur Sangerhausen arbeitslos – die Quote von 24,8 Prozent ist die höchste in ganz Deutschland.

Lohnkostenzuschüsse können da helfen , wo es jemanden gibt, der Löhne zahlt. Doch das Hauptproblem ist der Mangel an Arbeitgebern. Eine der wenigen Erfolgsgeschichten aus Sangerhausen sind die Mitteldeutschen Fahrradwerke, die als eines von drei Unternehmen 2004 in Deutschland den Gang an die Börse gewagt haben. Dann gibt es noch den Montanwachs-Produzenten Romonta – mit 400 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in der Region. „Wenn ich eine Stelle zu vergeben habe, spricht sich das schnell rum, die brauche ich gar nicht auszuschreiben“, sagt Personalchef HansPeter Rasenberger. Bei gleicher Eignung stellt er auch einen Langzeitarbeitslosen ein und nimmt den Lohnkostenzuschuss mit: „Aber ich beschäftige niemanden nur wegen der Zuschüsse.“

Das weiß auch Nora George , die Leiterin der Arbeitsagentur. Wichtiger als Zuschüsse wäre aus ihrer Sicht der Ausbau der A 38 von Göttingen nach Halle: „Der fehlende Autobahnanschluss hält Unternehmen davon ab, sich bei uns anzusiedeln“, sagt sie. avi

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