Wirtschaft : Nachrichten

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Stralsund ist ein Hafen und Werftenstandort. Vor der Wende arbeiteten mehr als 8000 Menschen für die Volkswerft, die Passagier- und Frachtschiffe herstellt – heute sind es noch 1200 Mitarbeiter. Neueinstellungen wird es vorläufig nicht geben, sagt ein WerftSprecher. Die Arbeitslosenquote im Arbeitsagenturbezirk Stralsund – zu dem auch die Stadt Greifswald sowie die Landkreise Rügen, Ostvorpommern und die Osthälfte Nordvorpommerns gehören – liegt bei 21,1 Prozent. Das sind rund 52000 Menschen, die keinen Job haben. Über 16000 von ihnen sind Langzeitarbeitslose. Bei den Jugendlichen unter 25 Jahren liegt die Quote bei 18,3 Prozent. In den letzten zehn Monaten gab es rund 3000 neue Ausbildungsstellen, um die sich 5400 Jugendliche beworben haben.

Drastisch zugenommen hat die Arbeitslosigkeit vor allem im Baugewerbe und in der Metallindustrie. Der einzige Lichtblick ist die Tourismusbranche. Hier gibt es sogar steigende Beschäftigungszahlen. Dagegen ist die Situation im Einzelhandel katastrophal. Der Trend geht eindeutig zu Minijobs und Teilzeitarbeit – reguläre Jobs werden immer seltener. Problematisch ist auch die Situation der Saisonarbeiter. Im Sommer finden viele von ihnen in Stralsund Beschäftigung, während im Winter nichts zu tun ist.

Für Langzeitarbeitslose gibt es eine kommunale Beschäftigungsgesellschaft, die Stralsunder Innovation Consult, eine 100-Prozent-Tochter der Stralsunder Wohnungsbaugesellschaft, deren Eigentümer die Stadt Stralsund ist. Hier sind 650 Langzeitarbeitslose beschäftigt, die Jobs von der Kinderbetreuung, Rasenmähen, Heckenpflanzen bis zur Gebrauchtwagenreparatur ausführen. Geschäftsführerin Kroß rechnet damit, dass sich ihre Belegschaft mit der Hartz-Reform „mindestens verdoppeln wird“. Und dann sei es vorbei mit der individuellen Betreuung, fürchtet sie. ny

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