Wirtschaft : Nachrichten

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Würden in der Arena auf Schalke alle Arbeitslosen aus Gelsenkirchen, Bottrop und Gladbeck Platz nehmen, wäre das halbe Stadion gefüllt: 34 582 waren im Juni dort arbeitslos gemeldet. Sie gehören zum ArbeitsagenturBezirk Gelsenkirchen – dieser hat mit 16,1 Prozent die höchste Arbeitslosen-Quote in Westdeutschland. Deswegen wird der Bezirk – als einzige Region im Westen – verstärkt finanzielle Hilfe zur Eingliederung Langzeitarbeitsloser erhalten.

„Stadt der tausend Feuer“ – so hat man Gelsenkirchen einmal genannt. In der größten Zeche Nordstern arbeiteten zu den besten Zeiten 4000 Kumpels, heute stehen dort Büros und beschäftigen 800 Angestellte. Die letzte Zeche schloss vor vier Jahren – zu spät, sagt Georg Oberkötter von der Stadtverwaltung Gelsenkirchen. „Der Strukturwandel kommt erst langsam in Gang, die Zeiten für Kohle und Stahl sind vorbei.“ Duisburg sei ein Zentrum für Logistik geworden, Dortmund für Hightech. Gelsenkirchen versucht sich als Energie- und Solarstadt zu verkaufen.

Je der zweite Arbeitslose ist in Gelsenkirchen seit mehr als einem Jahr ohne Job und gilt damit als langzeitarbeitslos. Dramatisch ist die Lage auch bei den Jugendlichen: Auf 202 gemeldete Ausbildungsplätze bewerben sich 4074 Jugendliche. Derzeit betreibt die Stadt keine eigene kommunale Beschäftigungsgesellschaft. Dafür gibt es in Gelsenkirchen drei große Gesellschaften zur Arbeitsförderung. „So werden etwa 1000 Arbeitslose für Gartenarbeiten oder Pflegedienste der Stadt eingesetzt“, sagt Oberkötter. Durch Hartz IV werde die Zahl wohl steigen. gd

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