Naher Osten : Japan investiert in den Iran

Investitionsabkommen zwischen Japan und dem Iran vereinbart. Japan hofft auf besseren Zugang zu iranischen Rohstoffen.

Daniel Mosler

Japan hat sich mit dem Iran auf ein Investitionsabkommen für die Zeit nach dem Ende der Sanktionen geeinigt. Dies könnte vor allem das Engagement der Asiaten in der Islamischen Republik stärken, wie die Außenminister beider Länder erklärten. Ziel sei es, die Einigung so schnell wie möglich umzusetzen. Japanische Medien berichteten, die Regierung in Tokio hoffe auf ein Inkrafttreten etwa Mitte 2016. Bedingung für die Investitionen ist, dass die wegen des iranischen Atomprogramms beschlossenen Sanktionen des Westens aufgehoben werden.

Iran benötigt dringend Investitionen

Die iranische Wirtschaft leidet unter den in den 1980er Jahren beschlossenen Sanktionen. Neben Investitionen in Computertechnologie benötigt vor allem der Öl- und Gasfördernde Sektor dringend ausländisches Know-How. Der Iran besitzt große Vorkommen an natürlichen Ressourcen, viele Erdölquellen können wegen des technologischen Rückstandes jedoch nicht erschlossen werden. Japan ist extrem rohstoffarm und weitestgehend von Importen abhängig. Das Investitionsabkommen soll vor allem größere Projekte finanzieren und die Rohstoffimporte aus dem Iran ankurbeln. Diese waren waren mit Beginn der Wirtschaftssanktionen 2012 um mehr als 40 Prozent gesunken. Auch die deutsche Wirtschaft steht in den Startlöchern, um von der wirtschaftlichen Öffnung des Irans zu profitieren. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel war bereits im Sommer mit einer Wirtschaftsdelegation in Teheran.


Knackpunkt Atomverhandlungen


Der Iran und die fünf UN-Veto-Mächte USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich sowie Deutschland hatten im Juli ein historisches Abkommen ausgehandelt, durch das der Iran sein Nuklearprogramm unter internationale Kontrolle stellt. Im Gegenzug ist es dem Iran erlaubt, seine Nukleartechnologie für zivile Zwecke wie der Stromerzeugung weiter zu betreiben. Im Gegenzug dazu sollen die Wirtschaftssanktionen schrittweise gelockert werden. Der Iran besaß bis zum Beginn der Sanktionen vor mehr als dreißig Jahren eines der größten Bruttoinlandsprodukte (BIP) des Nahen Ostens, insbesondere zu Deutschland wurden gute Kontakte gepflegt. Experten gehen nun von einem erneuten Wirtschaftsboom aus. (mit Reutes)

Fahrzeuge des iranischen Herstellers Iran Khodro in einer Autofabrik in Teheran. dpa
Fahrzeuge des iranischen Herstellers Iran Khodro in einer Autofabrik in Teheran.Foto: dpa

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