Wirtschaft : Nahrungsmittel: Kommentar: Gen-Stempel auf die Schrippe?

Maren Peters

Wenn die Deutschen gefragt werden, was ihnen im Ausland am meisten fehlt, sagen sie meistens: Vollkornbrot. Was den britischen und französischen Weißbrotfanatikern nur ein mitleidiges Kopfschütteln entlockt, hat hier zu Lande Tradition: Nirgenwo sonst in Europa wird so viel dunkles Brot gegesen wie in Deutschland, nirgendwo sonst gibt es eine so ausgeprägte Lust, sich die Zähne an harten Roggenkrusten und Vollkornbrötchen auszubeißen. Das Vertrauen ins Brot ist so vollkommen, dass nicht einmal die Lebensmittelskandale der letzten Monate es schmälern konnten. Wir sollten die Zeit genießen. Denn auf den ersten Brotskandal werden wir vermutlich nicht mehr lange warten müssen. Schon jetzt basteln Gentechniker nicht nur an biotechnologischen Hightech-Medikamenten, sondern auch an gentechnisch verändertem Turbo-Getreide. Experten schätzen, dass es schon in fünf Jahren auf dem Markt und damit auch in der Schrippe sein könnte. Gen-Soja wird in Teilen der Welt bereits jetzt großflächig angebaut, Soja unter anderem in Toastbrot verbacken. In Nahrungsmitteln sind gentechnisch veränderte Bestandteile europaweit verboten. Die Hersteller sollten nicht den Fehler machen, Gen-Brot heimlich in die Regale Supermärkte hineinzuschummeln. Ob es schadet oder nützt, kann zwar noch niemand definitiv sagen. Aber Verbraucher sollten wissen, was im Brötchen steckt, damit sie sich entscheiden können. Wenn schon, dann mit Gen-Stempel.

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