Wirtschaft : Napster: Musiktauschbörse kauft Internetfirma Gigabeat

Die umstrittene Musiktauschbörse Napster hat am Dienstag (Ortszeit) die Übernahme der Internet-Technologiefirma Gigabeat bekannt gegeben. "Gigabeat hat einige für uns sehr interessante und innovative Technologien entwickelt", sagte Napster-Chef Hank Barry. Zugleich droht der Tauschbörse weiterhin die Schließung. US-Bundesrichterin Marylin Hall Patel bezeichnete bei einem erneuten Gerichtstermin die Bemühungen der Tauschbörse zum Schutz copyright-geschützer Musik als "erbärmlich".

Zum Thema Online Spezial: New Economy Unterdessen bauen die großen Musikunternehmen ihre eigenen Musikvertriebskanäle im Internet aus. "Nach den Ankündigungen der vergangenen Woche glaube ich, dass die Großen Napster nicht mehr brauchen", sagte ein Analyst des Marktforschungsinstituts Gartner Inc. Erst vergangenen Montag hatte der französische Medienkonzern Vivendi Universal den Napster-Konkurrenten E-Music übernommen. Zusammen mit Sony Music und Yahoo will der Konzern seine Musik über das Internet für Abonnenten zugänglich machen.

Der Medienkonzern Bertelsmann will eigenen Angaben zufolge an der Allianz mit Napster festhalten. Bertelsmann dementierte einen Bericht der Londoner "Financial Times", wonach die Lizenzverhandlungen mit den anderen Plattenfirmen abgebrochen worden seien. Bertelsmann bemühe sich weiterhin, von allen großen Plattenfirmen eine Lizenz für Napster zu bekommen, sagte Frank Sarfeld, Sprecher der Bertelsmann E-Commerce-Group (BeCG), am Mittwoch. Die Bertelsmann Music Group, EMI und Warner Music würden Napster über ihre gemeinsame Internet-Musikplattform Musicnet eine Lizenz erteilen, wenn Napster einen sicheren Service anbiete.

Napster übt sich derweil in Optimismus. Immerhin verzeichnet die kleine Firma rund 70 Millionen Nutzer. Mit der Übernahme von Gigabeat verspricht sich die Tauschbörse zudem, den Auflagen des Gerichts gerecht zu werden. Mit Hilfe der neuen Gigabeat-Technologie soll die Tauschbörse eine bessere Filtermöglichkeit für geschützte Musiktitel erhalten und den Kunden zugleich mehr Komfort bei der Suche nach speziellen Songs bieten, hieß es in einer Mitteilung. Nach eigenen Angaben hat Napster bereits 1,7 Millionen Musikdateien gesperrt. Zudem will das Unternehmen Nutzer bestrafen, die die Sperren umgehen und sich geschützte Lieder herunterladen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben