• Napster will Gläubigerschutz beantragen Verfahren bewahrt Tauschbörse vor Forderungen der Musikindustrie

Wirtschaft : Napster will Gläubigerschutz beantragen Verfahren bewahrt Tauschbörse vor Forderungen der Musikindustrie

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Wilmington/Delaware (dpa). Die Internet-Musiktauschbörse Napster will nach Informationen aus unternehmensnahen Kreisen im Zuge der Übernahme durch den Medienkonzern Bertelsmann Gläubigerschutz beantragen. Ein entsprechender Antrag nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts soll die angeschlagene Tauschbörse vor weiteren Forderungen der klagenden Musikindustrie schützen und den Weg für die Übernahme freimachen, hieß es.

Der Gütersloher Medienkonzern hatte Anfang Mai die Napster-Vermögenswerte für acht Millionen Dollar (8,7 Mio Euro) übernommen. Zuvor hatte Bertelsmann der umstrittenen Tauschbörse bereits 85 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt, um die Gesellschaft am Leben zu erhalten. Die zuvor im Machtkampf mit dem Aufsichtsrat unterlegenen und danach ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder, unter ihnen Napster-Chef Konrad Hilbers und Napster-Gründer Shawn Fanning, waren in das Unternehmen zurückgekehrt. Bertelsmann hatte die Zahlung von neuen Geldern an Napster zunächst eingestellt. Mit dem Ausscheiden der gesamten Führungsmannschaft und dem Versiegen der Bertelsmann-Gelder blieb dem Napster-Verwaltungsrat keine andere Wahl, als sich mit Bertelsmann zu einigen. Bertelsmann kann somit weiterhin auf die Technologie von Napster zurückgreifen.

Die Musiktauschbörse steht seit Juli 2001 still. Der angekündigte Neuanfang als kostenpflichtiger Abo-Dienst unter Bertelsmann-Regie hat sich immer wieder verzögert. Napster benötigt für das Abonnement-Modell Musiklizenzen der großen Musikfirmen EMI, Sony, Universal Music und Warner, die ihr bislang verwehrt wurden. Diese Unternehmen sowie BMG, die Musiksparte von Bertelsmann, hatten Napster 1999 wegen Urheberrechts-Verletzung verklagt und Recht bekommen. Zu seinen besten Zeiten hatte Napster 67 Millionen Nutzer, die weltweit urheberrechtlich geschützte Songs tauschten. Erfolge neuer kommerzieller Musikdienste wie Pressplay (Sony und Vivendi Universal) und MusicNet (Bertelsmann Music, Warner Music, EMI, AOL Time Warner und Real-Networks) blieben bislang aus.

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