Wirtschaft : Nasdaq Japan: Aktienmarkt kämpft mit Startschwierigkeiten

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Zwei Monate ist der Nasdaq Japan erst alt und scheinbar schon in einen Dornröschenschlaf gefallen. Im Juli sind im Durchschnitt lediglich 109 000 Aktien pro Tag gehandelt worden; im Juni waren es täglich noch 126 000 Stück. In der Finanzwelt macht sich Ernüchterung breit, die schwache Entwicklung bleibt nicht ohne Kritik. Yoshitaka Kitao, Präsident der unlängst notierten Gesellschaft Morningstar, hat offen in Erwägung gezogen, seine Titel anderswo ebenfalls handeln zu lassen. In Handelskreisen wird inzwischen davon ausgegangen, dass jeden Monat etwa vier bis fünf Unternehmen eingeführt werden können - Masayoshi Son, Präsident des mit 50 Prozent an der Nasdaq Japan beteiligten Software-Unternehmens Softbank, wollte ursprünglich bis Ende des Jahres 70 junge Firmen mit High-Tech-Charakter an die Börse bringen. Im Moment sind an der Nasdaq Japan gerade zwölf Unternehmen notiert.

Die Nasdaq Japan kämpft gegen saisonale Faktoren und die weltweit zu beobachtende Skepsis gegenüber IT-Werten. Außerdem leidet die Börse unter hausgemachten Problemen: Der von der Osaka Stock Exchange (OSE) geführte Aktienmarkt wird auf einem technisch veralteten System abgewickelt. Das in Amerika gebräuchliche Market-Maker-System kommt erst im nächsten Jahr. Noch negativer fällt ins Gewicht, dass die Titel auf Grund von Auflagen des Finanzministeriums viel zu schwer sind.

Aktien mit einem Marktwert zwischen zwei und sieben Millionen Yen sind zurzeit die Regel und nicht die Ausnahme. Denn der Nominalwert kann bei der Börseneinführung nicht beliebig festgesetzt werden. Schwach kapitalisierte Unternehmen werden dadurch bei der Ausgabe von Aktien eingeengt. Wäre ein Nominalwert von einem Yen zugelassen, würde sich die Marktliquidität sprunghaft verbessern. Der wirkliche Markttest steht der Nasdaq Japan nach Ansicht des Brokers Bogdan Oprisan aber noch bevor. Kommen attraktive Unternehmen an den Aktienmarkt, werde sich das positive Image der amerikanischen Nasdaq immer stärker bemerkbar machen.

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