Wirtschaft : Nasdaq schließt europäische Tochter Börsenumsätze zu gering

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Brüssel/Berlin (Tsp). Die USHochtechnologiebörse Nasdaq schließt ihren europäischen Ableger Nasdaq Europe. Nach Unternehmensangaben entschieden die Anteilseigner auf einer Sitzung am Donnerstag, den elektronischen Handelsplatz mit Sitz in Brüssel nach gut zwei Jahren wieder dicht zu machen. Mit dem Aufbau von Handelsplattformen in Europa und Japan hatte die Nasdaq einen Trend zum weltweiten Börsenhandel rund um die Uhr nutzen wollen. Die Umsätze der Nasdaq Europe blieben aber zunehmend hinter den Erwartungen zurück; entsprechend war die Festlegung von Kauf- und Verkaufspreisen schwierig. Die Nasdaq Europe war im März 2001 aus der Brüsseler High-Tech-Börse Easdaq entstanden.

Auch Börse Berlin-Bremen betroffen

Die Nasdaq Europe war allerdings auch Partner bei der Nasdaq Deutschland, der neuen Handelsplattform der fusionierten Börsen Berlin-Bremen. Partner an der Nasdaq Deutschland sind – neben der Nasdaq Europe – die Commerzbank, die Dresdner Bank und Comdirect. Die Commerzbank und Comdirect halten je 7,5 Prozent, die Dresdner Bank 15 Prozent. Die Nasdaq Deutschland startete erst am 21. März dieses Jahres und richtete sich vor allem an Privatanleger. Die Anlegerplattform der Nasdaq Europe wollte in den ersten drei Jahren immerhin einen Marktanteil von 15 Prozent erreichen, hieß es noch im Frühjahr dieses Jahres. Basis ist das elektronische Handelssystem der Nasdaq kombiniert mit einem Market-Making-Modell. Die Berliner Wertpapierbörse wollte damit gegen die starke Konkurrenz der Börse Frankfurt (Main) aber auch der anderen deutschen Regionalbörsen besser bestehen. Eine Sprecherin der Berliner Börse sagte dem Tagesspiegel, man habe noch keine genaueren Nachrichten über die Pläne der Nasdaq Europe, gehe aber davon aus, dass die Nasdaq Deutschland weiter bestehen werde. Zwar komme der Börse Berlin-Bremen damit ein Partner abhanden, doch immerhin gebe es ja Verträge.

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