Nationaler IT-Gipfel in Berlin : Die vierte industrielle Revolution startet neu

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„Die erste Halbzeit der Digitalisierung haben wir verloren.“ Als Tim Höttges, Chef der Deutschen Telekom, diesen Satz vor rund einem Jahr auf dem Nationalen IT-Gipfel aussprach, rührte er an eine Ikone. Mit dem Kunstbegriff von der „Industrie 4.0“ hatte die deutsche Wirtschaft 2011 bei der Hannover Messe die vierte industrielle Revolution ausgerufen – und den weltweiten Führungsanspruch ganz selbstbewusst für sich reklamiert. Es geht um das Zusammenwachsen von Industrie und IT-Wirtschaft, um Maschinen, die mit anderen Maschinen reden, um Algorithmen, die vorhersagen, wann ein Zahnrad brechen wird. Es geht um optimale Lieferketten, weil dank Echtzeitdaten keine Lagerhaltung mehr nötig ist. Es geht aber auch um umwälzende Veränderungen in der Arbeitswelt, Weiterbildung und lebenslanges Lernen. Höttges rüttelte auf: In Sachen Digitalisierung drohe die deutsche Wirtschaft weltweit ins Hintertreffen zu geraten. Seit dem Frühjahr haben Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften unter Führung von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) an neuen Konzepten für die Digitalisierung der Industrie und der Gesellschaft gearbeitet. Am 18. und 19. November stellen sie in der Arena Berlin nun erste Ergebnisse hunderter Vertretern aus allen Branchen und Forschungsbereichen vor. Die zweite Halbzeit der Digitalisierung hat also begonnen.

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