Wirtschaft : Nervosität der Börsianer wird größer

Lage vor allem in Asien unsicher / Kein Grund zur Panik

HONGKONG / NEW YORK (rtr).Mit Sorge sehen die Anleger der Entwicklung der weltweiten Finanzmärkte in der neuen Woche entgegen.Diese gilt vor allem den asiatischen Börsen.Marktstrategen erwarten hier nach massiven Verlusten und Rekordtiefs in der vergangenen Woche neue Kurseinbrüche.Das Geschehen an den Finanzmärkten Asiens habe die großen Investoren zu einer Neuorientierung ihrer Anlagestrategien veranlaßt.An den großen westlichen Börsen sehen Analysten nach den Kurssprüngen der jüngsten Zeit keinen Grund zur Panik. Die Toleranz der Investoren, Risiken einzugehen, habe deutlich nachgelassen, erklärten Strategen und Analysten.Deshalb reduzierten vor allem große Fonds ihre Bestände in Asien.Sie nutzten zwar noch hier und da die Gelegenheit zu kursgünstigen Käufen, doch sorgten die Turbulenzen in Asien generell für eine Flucht in zunächst liquide Mittel und danach vor allem in den US-Rentenmarkt.Am verwundbarsten erschienen derzeit die asiatischen Märkte, deren Währungen in den vergangenen Wochen am meisten unter Turbulenzen zu leiden hatten, nämlich Thailand, Malaysia, Indonesien und die Philippinen. Grant Forster, Vizepräsident bei Bankers Trust in Hongkong prognostizierte im Einklang mit der Mehrzahl der Analysten und Strategen für die neue Woche eine Fortsetzung der dramatischen Talfahrt der asiatischen Finanzmärkte.Wesentliche Gründe dafür seien zum Teil immense Fehlbeträge in den Leistungsbilanzen der Staaten in der Region, eine schwache Exportentwicklung, maßlose Über-Investitionen in den Vorjahren und eine Inflation der Anlagepreise.Dies habe zunächst die Währungen und diese wiederum die Aktienmärkte in einen sich abwärts drehenden Strudel gerissen, dessen Ende noch nicht in Sicht sei. Dagegen sehen die Experten die Entwicklung an den westlichen Märkten gelassen.Zwar hegen einige Anleger mit Blick auf den "schwarzen Montag" am 19.Oktober 1987 die Befürchtung, die Geschichte könnte sich nach zehn Jahren wiederholen doch teilt die Mehrzahl der Analysten nicht diese Auffassung."Wenn die Ferienzeit im September abgeschlossen ist, werden die Investoren ein vertrautes Umfeld vorfinden", prognostiziert Russel Sheldon, Volkswirt beim New Yorker Investmenthaus Mellon Economics."Sie werden dann eine niedrige Inflation, kräftige Unternehmensgewinne, schrumpfende Defizite und einen soliden Kapitalzufluß vorfinden.

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