Wirtschaft : Nestlé will Mövenpick-Eissparteschlucken Schweizer Konzern hinter Unilever auf Platz zwei

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Düsseldorf (ire/HB). Der Schweizer Nahrungsmittelmulti Nestlé S.A. will das Speiseeis-Geschäft des eidgenössischen Gastronomie-Konzerns Mövenpick übernehmen. Nestlé gab am Donnerstag den Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung mit der Mövenpick-Gruppe bekannt.

Der weltweite Jahresumsatz von Speiseeis unter der Marke Mövenpick beläuft sich auf 300 Millionen Schweizer Franken. Außer in der Schweiz und Neuseeland wird Mövenpick-Eis von Lizenzpartnern hergestellt. Die Transaktion betrifft das Eisgeschäft von Mövenpick weltweit mit Ausnahme der Produktion in Neuseeland. Einen Übernahmepreis nannten beide Unternehmen nicht.

In Deutschland hatte Nestlé bereits im vergangenen März die Mövenpick-Lizenznehmerin Schöller übernommen und damit eine wichtige Position auf dem deutschen Speiseeis-Markt besetzt. Die Vereinbarung zwischen Nestlé und Mövenpick bezieht sich nicht auf die anderen Geschäftsbereiche von Mövenpick in der Lebensmittelsparte wie Kaffee, Konfitüren oder Wein. Auch das Hotel- und Restaurantgeschäft bleibe im Besitz der Mövenpick-Gruppe, bestätigte Nestlé.

„Die Übernahme der Mövenpick-Lizenzrechte hat für den Schweizer Nahrungsmittelmulti keine riesigen Auswirkungen, ist aber für die Stärkung seiner Wettbewerbsposition in Deutschland von erheblicher Bedeutung“, sagt Barbara Ambrus, Analystin der Landesbank Baden-Württemberg.

Nestlé hat seit Ende 2001 insgesamt vier Unternehmen aus dem internationalen Eiskrem-Geschäft übernommen. Der spektakulärste Kauf war die Übernahme der Mehrheit an dem Marktführer im US-Speiseeisgeschäft, Dreyer’s, im vergangenen Jahr. Wenn die US-Kartellbehörde diesem Geschäft zustimmt, steigt der Anteil von Nestlé am Weltspeiseeismarkt von etwa elf auf 13 Prozent. Weltmarktführer ist Unilever (Langnese) mit einem Anteil von etwa 17 Prozent.

Die angeschlagene Mövenpick-Gruppe erhofft sich von dem Geschäft eine deutliche Entlastung. Das Unternehmen meldete im vergangenen Jahr Ertragsprobleme. Erstmals machte der Gastronomie-Konzern im ersten Halbjahr 2002 einen unerwarteten Verlust. Branchenkenner werfen den Mövenpick-Restaurants einen Mangel an gastronomischer Kreativität und Management-Fehler vor.

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