Wirtschaft : Nestlé zeigt sich von seiner Schokoladenseite

VEVEY (rtr/AP).Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat seinen Gewinn 1998 um 2,6 Prozent von 4,096 Mrd.Franken auf 4,291 Mrd.Franken (5,1 Mrd.DM) gesteigert und will seine Aktionäre mit einer höheren Dividende erfreuen.Zugleich teilte der Konzern am Freitag in Vevey mit, im laufenden Jahr sei mit einer weiteren Umsatz- und Ergebnissteigerung zu rechnen.Ein Händler erklärte, das Ergebnis und die Dividendenerhöhung um drei Franken auf 38 Franken seien sehr erfreulich."Damit hat niemand gerechnet", sagte der Händler.Der Umsatz, den Nestlé bereits früher veröffentlicht hatte, lag mit 71,747 (Vorjahr: 69,998) Mrd.Franken um 2,5 Prozent über dem Vorjahresstand, blieb aber hinter den von Nestlé selbst gesteckten Zielen zurück.

Angesichts der ernsthaften Krisen in Asien, Osteuropa und Lateinamerika sei das 1998 erzielte Resultat gut, erklärte der weltgrößte Nahrungsmittelhersteller weiter.Das Betriebsergebnis stieg auf 7,100 (7,057) Mrd.Franken, die Betriebsgewinnmarge glitt von 10,1 Prozent im Vorjahr auf 9,9 Prozent zurück.Nestlé wies allerdings darauf hin, daß die Gewinnmargen neu berechnet wurden; der Konzern sei bei der Bewertung der Sachanlagen von den Wiederbeschaffungswerten abgekommen und zum Prinzip der historischen Anschaffungswerte zurückgekehrt.

Wie es in der am Freitag veröffentlichten Mitteilung weiter hieß, habe Nestlé in einem bewegten wirtschaftlichen Umfeld die Strategien ohne Verzug an die Umstände angepaßt.Die finanzielle Situation der Gruppe bleibe sehr gesund.Die Nettoverschuldung sei wegen "des guten operationellen Cash-flows" (selbst erarbeitete Mittel) nur um 1,825 Mrd.Franken gestiegen, obwohl 4,047 Mrd.Franken für Akquisitionen bei Heimtiernahrung, Mineralwasser und Beteiligungserhöhungen aufgewendet worden seien.Insgesamt hätten die meisten Produktegruppen zur Geschäftsentwicklung beigetragen, hieß es.

Mit Blick auf das laufende Jahr rechnet Nestlé mit einem volatilen und schwierigen wirtschaftlichen Klima."Unter Vorbehalt außerordentlich gewichtiger Ereignisse, auch in Bezug auf die Entwicklung der Wechselkurse, geht Nestlé davon aus, daß die Gruppe ein weiteres Mal Umsatz und Resultate verbessern kann", hieß es.

Zur Umsatzentwicklung hieß es, die Zunahme hätte bei vergleichbarer Struktur und konstanten Wechselkursen 5,2 Prozent betragen.Der Anstieg gehe auf ein leicht beschleunigtes internes Wachstum von 3,3 (Vorjahr: 3,2) Prozent und Preiserhöhungen von 1,9 Prozent zurück; beim internen Wachstum war das selbst gesteckte Ziel von vier Prozent klar verfehlt worden.Die Stärke des Schweizer Frankens gegen praktisch alle Währungen drückten den Umsatz um 5,6 Prozent; Akquisitionen trugen 3,9 Prozent zum Wachstum bei.

Das Umsatzwachstum wurde vor allem in den Industriestaaten, vor allem USA, erzielt.Auch in Afrika, in Mittelost und in Teilen Lateinamerikas wurden Fortschritte gemacht.Besonders positive Ergebnisse gab es laut Mitteilung bei tiefgekühlten Fertiggerichten, beim Mineralwasser und bei pharmazeutischen Tätigkeiten.

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