Wirtschaft : Nettolöhne erstmals gesunken

Erster Rückgang seit Bestehen der Bundesrepublik WIESBADEN/SAARBRÜCKEN (AFP).Die Netto-Löhne in Deutschland sind im vergangenen Jahr erstmals seit Bestehen der Bundesrepublik gesunken.Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden bestätigte, sank der durchschnittliche Nettoverdienst von 2710 DM im vorhergehenden Jahr 1996 auf 2700 DM im vergangenen Jahr.Hauptgründe seien die Kürzung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, die Kürzung von Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie niedrige Tarifabschlüsse, berichtete die Statistikbehörde.Bei den Bruttolöhnen und -gehältern sei im vergangenen Jahr dagegen noch ein leichter Anstieg um 1,1 Prozent von 4140 DM im Vorjahr auf 4180 DM zu verzeichnen gewesen.Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) rechnet nach eigenen Angaben nicht mit einer Besserung bei den Einkommen der Beschäftigten.Die anstehenden Tarifverhandlungen dürfen "nicht mehr als eine Reallohnsicherung" bringen, prophezeite DGB-Vorstandsmitglied Michael Geuenich im Saarländischen Rundfunk."Die Abschlüsse, die sich jetzt abzeichnen, liegen in der Höhe der Inflationsrate." Geuenich forderte erneut eine Senkung der Lohnnebenkosten, um ein weiteres Absinken der Netto-Löhne zu verhindern.Als Folge der Einbuße wird laut "Bild"-Zeitung die Rentenerhöhung im Juli voraussichtlich niedriger ausfallen als die erwarteten 0,82 Prozent.Das Blatt zitierte einen Sprecher des Arbeitsministeriums mit den Worten, die Berechnung der Rentenerhöhung sei noch nicht abgeschlossen.Es werde aber "auf keinen Fall eine Null- oder eine Minusrunde geben", beteuerte der Sprecher auf Anfrage.

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