Wirtschaft : Netzagentur kürzt Gebühren des Stromversorgers EnBW

Karlsruhe / Berlin - Die Bundesnetzagentur hat die Netzentgelte des Versorgers EnBW auf der Höchstspannungsebene ab sofort um durchschnittlich elf Prozent gekürzt. Dies teilte der Energiekonzern am Donnerstag in Karlsruhe mit. Der Bescheid bezieht sich nicht auf das für den Stromkunden wichtigere Verteilernetz, deshalb sind die Auswirkungen auf die Strompreise vernachlässigbar. Der Bescheid für das Verteilernetz stehe noch aus. Über etwaige Auswirkungen dann auf die Strompreise für die privaten Haushalte könne man noch nichts sagen, sagte der EnBW-Sprecher. Nach dem Bescheid betrage die Kürzung 30 Prozent gegenüber dem eingereichten Antrag. Einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zufolge ist der RWE-Antrag um 28 Prozent gekürzt worden. Die Berliner Vattenfall Europe AG werde mit einem Minus von 18 Prozent vergleichsweise glimpflich davonkommen. Über den Antrag von Marktführer Eon werde die Bundesnetzagentur später entscheiden.

Zuzüglich der Verteilernetze macht der Anteil der Netzgebühren am Strompreis für die privaten Haushalte immerhin fast ein Drittel aus. Die vier großen Netzbetreiber Eon, RWE, Vattenfall und EnBW müssen sich die Netzentgelte, die sie von Dritten für die Nutzung ihrer Netze verlangen, von der Netzagentur genehmigen lassen. In einer ersten Genehmigungsrunde für das Jahr 2007 hatte die Behörde die beantragten Gebühren um rund zwei Milliarden Euro gesenkt. Auch für dieses Jahr dürfte die Einbußen für die großen Vier mehr als eine Milliarde Euro betragen. Die Vattenfall Europe, Nummer drei auf dem deutschen Markt, veranschlagt dafür nach früheren Angaben einen dreistelligen Millionenbetrag. Wie der jüngste Bescheid für Vattenfall ausfiel, wollte das Unternehmen am Donnerstag nicht sagen. Die Berliner warten auf die offizielle Pressemitteilung der Netzagentur. dpa/alf

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben