Wirtschaft : Netzbetreiber schalten den Turbo ein

Telekom und Vodafone erhöhen die Investitionen in ihre Infrastruktur.

Berlin - Noch schneller mobil surfen – die Deutsche Telekom bietet ihren Kunden ab Oktober höhere Übertragungsraten für ihre Daten im Mobilfunknetz an. Mit dem Standard LTE+ sollen künftig Geschwindigkeiten von bis zu 150 Megabit pro Sekunde möglich sein. Bislang sind es 100 Megabit. Das kündigte die Deutsche Telekom auf der Ifa in Berlin an. Um solche neuen Produkte anbieten zu können, muss der Konzern sein Netz weiter ausbauen. Auch Konkurrent Vodafone hat die Investitionen in den Netzausbau zum Hauptthema auf der Technikmesse gemacht.

Die Veranstalter wollen, dass die Ifa künftig auch von der Politik stärker genutzt wird. „Schon jetzt ist die digitale Wirtschaft eines der wichtigsten Standbeine der Stadt Berlin“, sagte Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik gfu bei der Ifa-Eröffnungsgala am Donnerstagabend. „Daher meine Einladung an die Politik, gemeinsam mit der Messe Berlin und der gfu an einem Veranstaltungskonzept für das ,Davos der Technologiebranche’ zu arbeiten.“ Man könne auf Synergien bauen, „die sich dadurch ergeben, dass sich die Entscheider unserer Branchen zur Ifa in Berlin einfinden“, sagte er. Damit spielte Kamp auf das Weltwirtschaftsforum in Davos an, bei dem sich alljährlich einflussreiche Vertreter aus Wirtschaft und Politik treffen.

Die Ifa ist ab dem heutigen Freitag bis zum 11. September von 10 bis 18 Uhr für das Publikum geöffnet. Bis dahin erwarten die knapp 1500 Aussteller mehr als 240 000 Besucher.

Vor Beginn der Messe kündigte Vodafone-Deutschlandchef Jens Schulte-Bockum in Berlin an, dass sein Unternehmen mehr Geld in den Ausbau seiner Netze stecken wird. Die bereits geplanten Investitionsausgaben würden in den kommenden drei Jahren um sieben Milliarden Euro aufgestockt. „Spring“, Frühling, nennt Vodafone das Investitionsprogramm. Die Mittel stünden „zu guten Teilen“ auch für Investitionen in Europa und bei Vodafone Deutschland zur Verfügung, sagte Schulte- Bockum. Dabei gehe es vor allem darum, den Ausbau des LTE-Mobilfunknetzes zu beschleunigen sowie die Kapazität des Netzes zu erhöhen. Zudem sollen die Mobilfunkstationen möglichst flächendeckend an schnelle Glasfaserleitungen angeschlossen werden. Das zusätzliche Geld stammt aus dem gerade beschlossenen Verkauf der Vodafone-Anteile am US-Mobilfunkanbieter Verizon Wireless, allerdings sind die sieben Milliarden Euro nur ein Bruchteil der insgesamt 130 Milliarden Dollar (rund 99 Milliarden Euro) die die Briten dabei einnehmen. Punkten will Vodafone auch beim Service. Kunden soll vor einem Vertragsabschluss genau gesagt werden, welche Netzabdeckung und welche Geschwindigkeiten sie an ihrem Wohn- oder Urlaubsort erwarten können.

Die Deutsche Telekom hatte bereits Anfang der Woche Investitionen von mehr als elf Milliarden Euro in ihre Netze in Deutschland bis Ende 2015 angekündigt. Unter anderem will der Bonner Konzern bis 2016 rund 24 Millionen Haushalte mit Glasfaserleitungen versorgen. LTE+ funktioniere ab sofort in weit mehr als 100 Städten, die bisher mit bis zu 100 Megabit versorgt sind. Bis Ende des Jahres werde sich die Zahl fast verdoppeln, kündigte die Telekom an. Samsung werde eine aktualisierte Version des Galaxy S4 mit LTE+ anbieten. Entsprechende Geräte anderer Hersteller folgen ab Ende September. vis/dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben