Wirtschaft : Netzwerkhersteller Cisco kommt ins Wohnzimmer

US-Konzern schafft in Deutschland Arbeitsplätze

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Berlin - Früher reichte die Technik, die der US-Hersteller Cisco baut, bis in den Untergrund. „Heute kommt unsere Technik mitten im Unternehmen zum Einsatz und auch in privaten Haushalten“, sagte Cisco-Deutschlandchef Michael Ganser im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Wie man durch den Einsatz neuer Netzwerktechnik Wachstum und Produktivität in Betrieben steigert, ist Thema der Cisco Expo. Das ist eine unternehmenseigene Kongressmesse, bei der Cisco noch bis zum heutigen Mittwoch in Berlin Unternehmensvertretern nicht nur erklärt, wie sich durch Vernetzung Kosten sparen lassen; gezeigt wird auch, welche innovativen Geschäftsmodelle die neue Technik möglich macht. „Hier entsteht eine ganz neue Industrie“, sagte Ganser. „Viele Unternehmen, die daran mitarbeiten, kommen aus Berlin.“

Das sei auch ein Grund, warum die erste deutsche Cisco Expo jetzt in Berlin stattfindet, sagte Ganser. Das Unternehmen erwartet mehr als 2300 Besucher zu Kongress und Ausstellung im Estrel Hotel in Neukölln. Zudem sei Berlin auch „weit vorn“, was den Einsatz von Netzwerktechnik im Bereich Bildung angeht. Cisco beschäftigt 650 Mitarbeiter in Deutschland, 40 davon in Berlin. Sie sind vor allem im Vertrieb, aber auch im Kundenservice beschäftigt. „In den kommenden zwölf bis 18 Monaten wird die Zahl der Mitarbeiter um zehn Prozent steigen“, sagte Ganser. Auch in Berlin würden neue Mitarbeiter eingestellt. Cisco ist weltgrößter Hersteller von Geräten, mit denen der Datenverkehr in Computer- und Telefonnetzen gesteuert wird. Sie bilden das Rückgrat des Internets. Beim Aufbau des neuen Hochgeschwindigkeitsnetzes der Telekom etwa „steckt zu einem großen Teil auch die Technik von Cisco drin“, sagte Ganser. In Zukunft werden mehr Geräte im Wohnzimmer stehen: „Von uns kommt auch die Box, mit der man künftig Fernsehen über das Internetkabel empfangen kann.“

Weil sich Cisco dem Markt für Heimnetzwerke zuwendet, wird das Unternehmen im September bei der Internationalen Funkausstellung (Ifa) dabei sein, und zwar mit der Tochter Linksys. Das bestätigte Ganser dem Tagesspiegel. Ob die eigene Messe erneut hier stattfinden wird, ließ er offen: „Das hängt vom Erfolg ab. Aber ich bin ziemlich sicher, das wird nicht die letzte Cisco Expo in Berlin gewesen sein.“ vis

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