Wirtschaft : Neubewertung des Goldschatzes verteidigt

Waigel und Kohl: "Völlig normal"

HAMBURG/NOORDWIJK (rtr).Bundesfinanzminister Theo Waigel hat die geplante Neubewertung der Bundesbank-Goldbestände als völlig legitim und volkswirtschaftlich sauber bezeichnet.Dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" sagte Waigel, es sei völlig normal, den Wert des Goldes höher anzusetzen.Die Bundesbank führe die Feinunze mit 92,4 Dollar in ihren Büchern.Der Marktpreis aber habe Ende 1996 bei 369,55 Dollar gelegen.Eine Neubewertung wirke sich positiv auf die Einhaltung der Maastricht-Kriterien zur EWU aus.Die in der Vergangeneheit angesparten Reserven sollten in den nächsten Jahren zur Tilgung der im Zuge der Wiedervereinigung entstandenen Schulden eingesetzt werden, ergänzte Waigel.Etwas, was als Volksvermögen entstanden sei, als ein Erbe, werde jetzt eingesetzt, um eine Erblast zu tilgen.Auch Bundeskanzler Helmut Kohl verteidigte die Neubewertung.Beim EU-Gipfel in Nordwijk wies Kohl am Freitag darauf hin, daß andere Länder die Bewertung ihrer Goldvorräte regelmäßig an die Marktpreise anpaßten.

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