Wirtschaft : Neue 5er-Limousine fährt für BMW Gewinn ein

Münchner Autokonzern erwartet beim Mini neuen Absatzrekord

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München (nad). Die neue 5erLimousine hat dem Autokonzern BMW nach einem schwachen ersten Halbjahr im dritten Quartal einen Gewinnanstieg beschert. „Der angekündigte, nach oben gerichtete Trend hat sich im dritten Quartal eingestellt und wird bis Ende des Jahres weiter an Dynamik gewinnen“, sagte Konzernchef Helmut Panke am Donnerstag in München. Er bekräftigte die Prognosen für das Gesamtjahr und ist auch für 2004 zuversichtlich. Der Kurs der Aktie stieg bis zum Nachmittag um 2,95 Prozent auf 36,30 Euro.

Im ersten Halbjahr war der Autobauer vor allem wegen der bevorstehenden Modelloffensive und damit verbundener Entwicklungskosten unter Druck geraten.

Dank der weltweiten Markteinführung der neuen 5er-Limousine, die seit Anfang Juli verkauft wird, konnte BMW den Vorsteuergewinn im dritten Quartal um mehr als fünf Prozent auf 724 Millionen Euro steigern. Der Gewinn stieg im Vorjahresvergleich um 2,8 Prozent auf 445 Millionen Euro. Der Konzernumsatz sank im dritten Quartal dagegen leicht um 0,3 Prozent, was BMW mit dem im Vergleich zum Euro schwächeren Dollar begründete.

Das neue 5er-Modell ist Panke zufolge besser angelaufen als sein Vorgängermodell. In den ersten drei Monaten habe BMW bereits etwa zehn Prozent mehr Fahrzeuge abgesetzt als bei dem Vorläufer, der 1995 auf den Markt gekommen war. Bis Ende Oktober verkaufte BMW nach eigenen Angaben 36 000 bis 38 000 5er-Limousinen. Genauere Angaben konnte Panke noch nicht machen. Insgesamt verbuchte der Konzern im Oktober bei seiner Kernmarke BMW ein Absatzplus von zwölf Prozent. Damit lag der Absatz der Marke Ende Oktober nur noch 1,8 Prozent unter dem des Vorjahres.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2003 bekräftigte der Konzernchef das Ziel, bei allen Marken - BMW, Mini und Rolls Royce - den Vorjahresabsatz zu übertreffen und ein Ergebnis auf dem Rekordniveau des Vorjahres zu erreichen. 2002 hatte BMW einen operativen Gewinn von knapp 3,3 Milliarden Euro und einen Überschuss von 2,02 Milliarden erzielt.

Auch für 2004 ist Panke optimistisch. Das Anziehen der Konjunktur in den Schlüsselmärkten USA und Asien sei ein gutes Zeichen. In Deutschland seien die Verbraucher allerdings noch von der anhaltenden politischen Reformdiskussion verunsichert. Einen Wachstumsschub erhofft sich BMW von der bevorstehenden Einführung des Geländewagens X3 und des 6-er Coupés zu Beginn des kommenden Jahres. Neue Absatzrekorde erwarten die Münchener auch bei der Kultmarke Mini, von der im kommenden Sommer eine Cabrio-Variante auf den Markt kommen soll. Im dritten Quartal setzte BMW so viele Minis ab wie nie zuvor in einem Quartal. Der Absatz stieg im Vorjahresvergleich um 11,3 Prozent auf 47252 Fahrzeuge. Schwach schneidet dagegen die Motorradsparte ab: Wegen der Vorleistungen für neue Modelle und einem relativ schwachen Marktumfeld stieg der Vorsteuerverlust im abgelaufenen Quartal um knapp 88 Prozent auf minus 15 Millionen Euro.

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