Wirtschaft : Neue Anklage gegen Schmid

Früherer Mobilcom-Chef soll Zwangsvollstreckung vereitelt haben

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Berlin (vis). Die Kieler Staatsanwaltschaft hat eine weitere Anklage gegen den Gründer und Ex Vorstandschef der Mobilcom AG, Gerhard Schmid, erhoben. Die Staatsanwälte werfen Schmid vor, eine Zwangsvollstreckung vereitelt zu haben. Sie hatten bereits im vergangenen Jahr Anklage gegen den Mobilcom-Gründer wegen des Verdachts der Untreue erhoben. Beide Verfahren sollen auf Antrag der Staatsanwälte zu einer gemeinsamen Verhandlung verbunden werden.

Der neue Vorwurf: Anfang April 2002 hatte die Landesbank Sachsen Schmid ein zur Finanzierung eines Bauprojektes in Kiel gewährtes Darlehen von 200 Millionen Mark (102,2 Millionen Euro) gekündigt. Im November 2002 verurteilte das Landgericht Flensburg Schmid, einen Teilbetrag des Darlehens in Höhe von 20 Millionen Mark an die Landesbank zurückzuzahlen. Daraufhin soll er laut Staatsanwaltschaft Gesellschaftsanteile nach Liechtenstein transferiert haben, so dass eine Zwangsvollstreckung der Landesbank erfolglos blieb. Die Landesbank hatte daraufhin Strafanzeige gestellt.

In der anderen Anklage geht es um Schmids Aktivitäten als Vorstandsvorsitzender der Mobilcom. In dieser Funktion soll er rund 70 Millionen Euro an die Firma Millennium seiner Ehefrau Sybille Schmid-Sindram gezahlt haben. Sie sollte damit für ein umstrittenes Aktienoptionsprogramm für die Mobilcom honoriert werden. Ein Teil der Zahlungen sei ohne vertragliche Grundlage geleistet worden. Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Kiel hat noch nicht über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

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