Wirtschaft : Neue Arbeitsplätze kommen viel später

Martina Ohm

Die gegenwärtige Rezession in Deutschland sollte den Blick in die Zukunft nicht trüben. Denn die Nachricht von Mittwoch, dass das Wachstum hier zu Lande auch im vierten Quartal 2001 zurückgegangen ist, kommt nicht aus heiterem Himmel. Auch Anfang dieses Jahres sieht es bekanntermaßen noch trübe aus. Doch nach einhelliger Auffassung der Ökonomenzunft ist die Konjunktur- und Zinswende bereits eingeläutet.

Von Zinssenkungen jedenfalls ist seit geraumer Zeit nicht mehr die Rede. Im Gegenteil. Nur Einzelstimmen argwöhnen, dass die Argentinien-Krise und ein möglicher militärischer Konflikt mit dem Irak den Optimisten noch einen kräftigen Strich durch die Rechnung machen könnte. Das Gros der Konjunkturexperten jedenfalls rechnet gegen Ende dieses Jahres wieder mit höheren Zinsen. Zuerst in den USA. Denn dort zeigen die radikalen Zinsschnitte von Fed-Chef Greenspan im vergangenen Jahr ihre Wirkung. Die US-Wirtschaft zieht deutlich an.

In Deutschland und im Euro-Raum ist die Gangart gemächlicher als in den Staaten - wie im Abschwung, so auch im Aufschwung. Gleichwohl wird gemeinhin erwartet, dass sich die gestiegene Zuversicht der Unternehmer auch in Deutschland von Mitte des Jahres an wieder in besserem Wachstum niederschlagen wird. Das Warten auf die Erholung in den USA wird für einen Aufschwung in Deutschland aber nicht reichen und für mehr neue Arbeitsplätze schon gar nicht. Nur rund zehn Prozent des deutschen Exports gehen in die USA. Und zur Wertschöpfung hier zu Lande trägt die Exportwirtschaft ein gutes Drittel bei. Entscheidend für die Zugkraft der größten Volkswirtschaft im Euro-Raum ist das Vertrauen von Konsumenten - und Investoren.

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