Wirtschaft : Neue Aufgaben für Siemens

Streit um die Haftung kettet das Maut-Konsortium aneinander

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Die Spekulationen reißen nicht ab: Siemens werde in das MautKonsortium Toll Collect als neuer Gesellschafter aufgenommen. Doch die Dementis aus der Industrie kommen prompt. Zumal mit Siemens noch nicht einmal ein wasserdichter Vertrag zur Weiterentwicklung des Bordcomputers für Lastwagen unterzeichnet wurde. Dabei hatte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke schon am Sonntagabend bekannt gegeben, dass Siemens hier die Federführung übernimmt.

Nach dem Kompromiss zwischen Regierung und den Toll-Collect-Gesellschaftern Telekom und Daimler-Chrysler zur Weiterführung des Maut-Vertrages geht es jetzt aber erst einmal darum, 500 000 On-Board-Units zu liefern. Und zwar in der abgespeckten Variante, die noch keine neu gebauten Autobahnstrecken erfassen kann. Siemens soll dann die zweite, so genannte Vollversion für das Jahr 2006 entwickeln. Dann stünde möglicherweise auch eine Beteiligung an Toll Collect zur Debatte. Jetzt ist das kein Thema, weil die Gesellschafter Daimler-Chrysler und Deutsche Telekom (je 45 Prozent) sowie Cofiroute (zehn Prozent) durch den Streit um die Haftung eng aneinander gekettet sind. Deshalb könnte Daimler-Chrysler entgegen allen Gerüchten auch gar nicht aussteigen, heißt es im Konsortium.

Den Konzernen wird die Rettung ihres Images jedenfalls teuer zu stehen kommen. Wie das „Handelsblatt“ aus Kreisen der Telekom erfuhr, wird das Mautdebakel das Ergebnis des Konzerns im Jahr 2003 mit 440 Millionen Euro belasten. Daimler-Chrysler hat seine Beteiligung an Toll Collect bereits abgeschrieben und Rückstellungen in Höhe von 100 Millionen Euro in die Bilanz eingestellt. fo/hop

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