Wirtschaft : Neue Aufsicht für Versicherer

Helmut Müller als Präsident des Bundesamtes eingeführt

BERLIN (dr).Am gestrigen Montag war es soweit: Der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Jürgen Stark, überreichte dem neuen Präsidenten des Bundesaufsichtsamtes für das Versicherungswesen, Helmut Müller, seine Ernennungsurkunde.Müller war bisher Vizepräsident.Müllers Vorgänger, Knut Hohlfeld, hat die Behörde offiziell bereits zum Jahresende 1997 verlassen und ist zum 1.Januar als Generalsekretär der Internationalen Vereinigung der Versicherungsaufseher (IAIS) nach Basel gegangen.Neuer Vizepräsident wird Detlef Kaulbach. Die Versicherungsaufsicht sei untrennbar mit der aktuellen Entwicklung auf den internationalen Finanzmärkten verbunden, erklärte Stark, in seiner Ansprache.Zum einen müßten sich die großen Unternehmen neu positionieren, was sich an den Fusionen zweige.Ohne Asien zu nennen, deute Stark an, daß ein solider Markt und eine wirksame Aufsicht gebraucht würden.Er bat Müller, der vor 30 Jahren in dem Amt als Referent begann, auch um Verständnis und Akzeptanz für den beschlossenen Umzug des Amtes nach Bonn zu werben.Die Behörde soll Mitte 1999 an den Rhein umziehen. Bernd Michaels, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, bedankte sich bei Hohlfeld für dessen immer faire und sachliche Art.Müller wies es auf den anhaltenden Diskussionsbedarf zwischen Wirtschaft und Amt.Da sei beispielsweise das Spannungsverhältnis zwischen Wettbewerb und Verbraucherschutz.Er räumte zugleich ein, daß es etwa bei den Autoversicherungen hier zu Auswüchsen gekommen sein könnte.Zu sprechen sei aber auch über Themen wie Markttransparenz, über Allfinanz und die sogenannte "Jahrhundertreform." Müller äußerte in seiner Rede vier Wünsche: Das Finanzministerium möge seine Behörde mit gutem Personal unterstützen, denn infolge des Umzuges verliere man Mitarbeiter.Die Unternehmensvorstände sollten nicht jede Mode mitmachen.Die Ruinwahrscheinlichkeit habe zugenommen.Für das Amt habe die Sicherstellung der Erfüllbarkeit der Versicherungsverträge höchste Priorität.Die Verbraucherschützer sollten helfen wie bisher und schließlich sollten die Kollegen im Amt "mitziehen" - bei der notwendigen Neuorganisation und nach Bonn.

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