Wirtschaft : Neue Aufsichtsräte für die Deutsche Börse

Stellvertretender Vorsitzender geht, weitere Rücktrittskandidaten/Am Mittwoch Hauptversammlung

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Frankfurt am Main Das Tauziehen um die Deutsche Börse steuert einem neuen Höhepunkt entgegen. Bei der Hauptversammlung (HV) am kommenden Mittwoch wird sich zeigen, ob das Unternehmen nach dem vom Hedge- Fonds TCI und anderen Aktionären erzwungenen Ausscheiden von Börsenchef Werner Seifert noch stärker in Turbulenzen gerät. Dies wäre der Fall, wenn bei der HV auch Rolf Breuer als Aufsichtsratschef abgewählt würde. TCI und andere Kritiker hatten im März zunächst die geplante Übernahme der Londoner Börse LSE durch die Deutsche Börse verhindert und Seifert gezwungen, einen erheblichen Teil seiner Kriegskasse auszuschütten. Doch das genügte den Rebellen nicht: Anfang Mai zwangen sie Seifert zum Rücktritt. Und Breuer wird auf jeden Fall spätestens am Jahresende den Aufsichtsrat verlassen.

Um die Kritiker zu besänftigen, sollen neben Breuer und dem bereits zurückgetretenen Lord Peter Levene drei weitere Aufsichtsräte ausgewechselt und durch Kandidaten der Aktionäre ersetzt werden. Als Erster erklärte am Wochenende der Stellvertreter Breuers, der frühere Deka-Bank-Chef Manfred Zaß, sein Ausscheiden. Als weitere Rücktrittskandidaten gelten Uwe Flach, Ex-Vorstand der DZ Bank, Mehmet Dalman, Ex-Vorstand der Commerzbank sowie Alessandro Profumo, Chef der italienischen Unicredito. An der Nachfolge Breuers ist nach einem Bericht des „Platow Brief“ der Ex-JP-Morgan-Manager Kurt Viermetz interessiert. Weitere Kandidaten für den Aufsichtsrat sind WestLB-Chef Thomas Fischer, der CDU-Politiker Friedrich Merz und Theodor Baums, Experte für Unternehmensführung. Auch Klaus Hopt vom Max-Planck-Institut für Ausländisches und Internationales Privatrecht zählt zu den Kandidaten für einen freiwilligen Rückzug.

Zusätzlichen Zündstoff für die Hauptversammlung liefert die Finanzaufsicht BaFin, die derzeit prüft, ob TCI und Co. in einer konzertierten Aktion mehr als 30 Prozent der Börsenanteile übernommen haben. In dem Fall hätten sie, wie berichtet, ein Übernahmeangebot für sämtliche Aktien vorlegen müssen. mm/pot/HB

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