Wirtschaft : Neue Bahn-Tarife: Wie man sich selbst ruiniert (Kommentar)

apz

Die Bahn möchte bei den Luftfahrtgesellschaften lernen. Nein, fliegen will sie nicht, aber die Tarifstruktur der Airlines findet sie nachahmenswert. Das heißt: Nur wer den vollen Preis zahlt, darf entscheiden, in welchen Zug er einsteigt. Rabattierte Tickets erhält lediglich, wer sich vorher exakt auf eine Verbindung festlegt. Das klingt, Stichwort "Lenkung des Fahrgastaufkommens", logisch. Dass es in der Praxis funktioniert, ist fraglich: So fahren die für Expo-Besucher reservierten Züge zurzeit alle ziemlich leer. Auch eine andere geplante Neuerung wird der Bahn auf die Füße fallen. Bislang hat sie nicht dementiert, dass man künftig mit der Bahncard nicht mehr 50, sondern nur noch 25 Prozent Nachlass bekommt. Wir erinnern uns: Erst die Bahncard hat wieder zu steigenden Passagierzahlen geführt, denn zum vollen Preis kann man sich die Fahrt mit der Bahn längst nicht mehr leisten. Gerade jugendliche Berufstätige und Studenten wurden so von der Straße auf die Schiene gelockt. Und nun also das neue Konzept der Bahn: Mehr Reglementierung und höhere Preise. Man muss nicht drei Mal raten, um herauszufinden, was passieren wird: Die Leute werden wieder mehr Auto fahren. Herzlichen Glückwunsch, Unternehmen Zukunft!

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