Wirtschaft : Neue Bankgesellschaft kommt

Diepgen und Schröder einig / Bankgesellschaft und NordLB in der Bewertung BERLIN(mo).Die politische Richtungsentscheidung für die Zusammenführung der Bankgesellschaft Berlin und der Norddeutschen Landesbank (NordLB), Hannover, ist gefallen.Bis zum Jahresende sollen die Verhandlungen zwischen den Gesellschaftergruppen der beiden Institute abgeschlossen sein, so daß der neue Konzern bis Mitte 1998 seine Arbeit aufnehmen kann, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Banken vom Mittwoch.Den Angaben zufolge wurde eine entsprechende Vereinbarungen von dem Strategieausschuß unter Beteiligung des Regierenden Bürgermeisters Diepgen und Ministerpräsident Schröder am Montag in Berlin getroffen.In dem Ausschuß, der im dritten Jahr arbeitet und sich bislang zwei bis dreimal jährlich zuammengesetzt hat, sind neben den Landesvätern die jeweiligen Finanzminister und die Vorstände vertreten.Bereits im vergangenen Oktober hatten die Regierungschefs ihre Zustimmung zu weiteren Kooperationsgesprächen gegeben.Die Vorstände wurden nun gebeten, Unternehmensbewertungen in Auftrag zu geben. Durch die Einbeziehung der NordLB, die als selbständiges Institut - wie auch die Landesbank Berlin, die Berliner Bank und die BerlinHyp - erhalten bleiben soll, entsteht ein Institut, das mit 24 000 Mitarbeitern und 567 Mrd.DM Bilanzsumme dem Branchenprimus Deutsche Bank auf Platz zwei der Branche folgt, knapp vor der Dresdner Bank.Gemeinsam will man den wachsenden Anforderungen in einem sich wandelnden Bankenmarkt gerecht werden.Wie Diepgen dazu erklärte, wolle man Raum für das internationale Geschäft gewinnen.Dabei gehe es um einen gleichgewichtigen Einfluß von Berlin und Hannover, betonte Diepgen, der im übrigen keinen Anlaß zu einer Namensänderung des Instituts sieht.Allerdings ist bereits die Bezeichnung Bankgesellschaft Hannover-Berlin im Gespräch. Der Bankkonzern soll unter einheitlicher Leitung mit Sitz in Berlin und Hannover entstehen.Die Rechts- und Organisationsstruktur der Bankgesellschaft Berlin, die unter einem privatrechtlichen Dach die Fortführung einer öffentlich-rechtlichen Bank ermöglicht, bleibt erhalten und wird lediglich erweitert.Das bedeutet, daß die Mehrheit der Anteile auch weiterhin von den Ländern - und zwar jeweils zur Hälfte - gehalten werden.Allerdings erhalten sowohl Berlin als auch Niedersachsen die Möglichkeit, sich von Anteilen zu trennen.Auf der jüngsten Bilanzpressekonferenz hatte der Vorstandssprecher der Bankgesellschaft, Wolfgang Rupf, bereits seine Vorstellungen präzisiert, wonach mindestens 40 Prozent der Aktien privat plaziert sein sollten. An der Bankgesellschaft hält das Land Berlin derzeit 56,8 Prozent.Die NordLB ist bereits mit 17 Prozent und über die zugehörige Gothaer Versicherung direkt mit 2,5 Prozent und indirekt mit zehn Prozent beteiligt.Der Dachgesellschaft sollen das Investment Banking, das Großkunden- und Auslandsgeschäft zugeordnet werden, den Teilbanken bleibt die Eigenständigkeit in den übrigen Geschäftsfeldern erhalten.

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