Wirtschaft : Neue Chance für Landtechnik Schönebeck

BERLIN (Tsp).Die Landtechnik Schönebeck (LTS) erhält unter Führung der nordrhein-westfälischen Doppstadt-Gruppe eine zweite Privatisierungschance.Nach zweieinhalbjähriger Investorensuche hat die Treuhandnachfolgerin BvS dem nordrhein-westfälischen Unternehmer Ferdinand Doppstadt am Donnerstag den Zuschlag für die Übernahme des operativen Geschäfts von LTS und deren Tochter GS Fahrzeug- und Systemtechnik erteilt.Die erste Privatisierung des einzigen DDR-Traktorenherstellers war 1996 gescheitert.Die Beschäftigten des Unternehmens hatten seit über 200 Tagen mit einer Mahnwache vor der BvS-Zentrale am Alexanderplatz für eine rasche Zweitprivatisierung demonstriert.

BvS-Verwaltungsratschef Manfred Schüler und Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Matthias Gabriel (SPD) erklärten im Anschluß an die Verwaltungsratssitzung vor der komplett angereisten LTS-Belegschaft, entscheidend sei gewesen, daß Doppstadt den operativen Geschäftsbetrieb nach einer Übergangsphase wieder aufnehme und dauerhaft 190 der derzeit rund 260 Arbeitsplätze sichere.Die Arbeitsplatzverpflichtung erstrecke sich über fünf Jahre.Ferner werde Doppstadt im Sanierungszeitraum bis 2002 ein Investitionsprogramm im Volumen von 77 Mill.DM durchführen.Die Leistungen der BvS stünden unter der aufschiebenden Bedingung, daß Sachsen-Anhalt seine Beiträge verbindlich zusage, hieß es weiter.Die Landesregierung und der Finanzausschuß des Landtages würden sich in nächsten Sitzungen mit dem Thema befassen.Dem Beschluß des BvS- Verwaltungsrates müßten auch noch die EU-Behörden zustimmen.Nach den Worten Schülers ist davon auszugehen, daß die EU den Beihilfen zustimmen werde.Mitbewerber für LTS war die Claas-Gruppe aus Harsewinkel bei Gütersloh.

Das einstimmige Votum des Verwaltungsrates ist nach den Worten von Schüler das Ergebnis einer konzertierten Aktion der BvS, des Landes Sachsen-Anhalt, des Bundes sowie der IG Metall und der Belegschaft.Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Gabriel erklärte, er sei froh, daß die Entscheidung auch von der Belegschaft, die mit großer Ausdauer für ihr Unternehmen gekämpft habe, mitgetragen worden sei.Der Standort Schönebeck werde innerhalb der Doppstadt-Gruppe zum zentralen Produktionsstandort entwickelt.Doppstadt habe sich verpflichtet, die Fortführung des Unternehmens für mindestens acht Jahre zu sichern.

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