Wirtschaft : Neue Dosen

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Die Getränkeindustrie hat ihren jahrelang erbittert geführten Kampf gegen das Dosenpfand aufgegeben und will mit dem neuen Rücknahmesystem Einweggetränken zum Durchbruch verhelfen. „Wir verfolgen das Thema nicht weiter vor Gericht und nutzen jetzt Mehrweg und Einweg“, sagte Nestlé-Sprecher Alexander Antonoff dem Tagesspiegel. Anfang März hatten Nestlé (Vittel, San Pellegrino) und Danone (Evian, Volvic) vor dem Verwaltungsgericht in Kassel eine Niederlage im vermutlich letzten Prozess gegen das Dosenpfand kassiert.

Auch die Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (wafg) begräbt nun das Kriegsbeil. „Das Dosenpfand ist ein Streitpunkt der Vergangenheit“, sagte wafg-Geschäftsführer Ernst Kammerinke dieser Zeitung. Das neue System sei zwar „weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll“, werde den von der Branche favorisierten Einwegflaschen und -dosen aber zum Durchbruch verhelfen.

Darauf setzen auch die deutschen Hersteller. „Unsere drei Dosenabfüllanlagen sind erstmals seit 2002 wieder voll ausgelastet“, sagte der Sprecher der Hamburger Holsten-Brauerei, Udo Franke. Die Durststrecke sei beendet. „Wir möchten an die guten alten Zeiten anknüpfen, als wir Marktführer im Dosenbereich waren.“ Bei der Radeberger-Gruppe (Schultheiss, Berliner Kindl) laufen die Dosenabfüllanlagen nach Angaben eines Sprechers ebenfalls wieder auf Hochtouren.

Der Mineralwasserhersteller Gerolsteiner favorisiert die Plastik-Einwegflasche. Das Unternehmen führe zum Start des neuen Rücknahmesystems erstmals drei Trendgetränke ausschließlich in PET-Flaschen ab, sagte eine Sprecherin. Coca- Cola hofft, dass die Fußball-WM der Dose zum Comeback verhilft. Sie bedruckt die Büchsen mit den Stars der deutschen Nationalelf. Ein Sprecher betonte aber, dass in den Automaten vermutlich die 0,5-Liter-Mehrwegflasche bleiben werde. nso

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