Wirtschaft : Neue Führungsspitze der Berliner IG Metall

Arno Hager zum Ersten Bevollmächtigten gewählt

BERLIN (mot). Die Berliner Verwaltungsstelle der IG Metall hat eine neue Führungsspitze: Die Vertreterversammlung der Gewerkschaft wählte am Donnerstag Arno Hager zum Ersten Bevollmächtigten.Hager, bisher Zweiter Bevollmächtigter, folgt Manfred Foede, der nach 27 Jahren hauptamtlicher Tätigkeit bei der IG Metall Ende Januar in den Ruhestand geht.Zum zweiten Bevollmächtigten wurde Burkhard Bundt, bislang Kassierer der Verwaltungsstelle, gewählt.Vor dem Wahlgang hatte der nach gut neun Jahren aus dem Amt scheidende Foede eine engagierte Bilanz seiner Arbeit seit dem Mauerfall 1989 gezogen.Als wichtigste Stationen nannte der 60jährige, der auch Mitglied des Vorstandes im DGB-Landesbezirk Berlin-Brandenburg ist, die Zusammenführung der West-Berliner IG Metall mit der Gewerkschaftsorganisation aus dem Osten, den ersten Tarifvertrag nach der Wende für Berlin-Brandenburg, der später als Modell für die anderen neuen Bundesländer diente, sowie die Vereinbarung der 35-Stunden-Woche.Foede erinnerte an den "Ausnahmezustand nach dem Fall der Mauer", als im Westen der Stadt die "Angst vor alten Seilschaften" und im Osten die Sorge vor westdeutscher Arroganz die Annäherung der Gewerkschaften erschwerte.Nicht zuletzt der Protest gegen den massiven Abbau industrieller Arbeitsplätze an der Spree und die "Plattmacher-Privatisierung der Treuhand" habe die Interessen der Verbände schließlich zusammengeführt."In Pankow findet sich ein aktuelles Beispiel für diese Politik", rief Foede den Delegierten mit Blick auf die jüngsten Schließungspläne der ABB-Kraftwerke Berlin zu.Hinter den "Ritualen" der Tarifauseinandersetzungen, die den Ost-Berliner Metall-Arbeitnehmern unter anderem die Angleichung der Löhne und Gehälter an das West-Niveau brachte, habe stets die Sammlung der Belegschaften gegen "die Macht der Arbeitgeber" gestanden.Hier sei die IG Metall "Vorreiter der Industriegewerkschaften"."Wir sind die Träger der Arbeitnehmerschaft", so Foede.1993, als im "dunkelsten Jahr der Berliner Tarifgeschichte" die Metallarbeitgeber aus dem Tarifvertrag ausstiegen, habe sich zudem erwiesen, wie wichtig der Flächentarifvertrag sei."Einige Wirrköpfe, die sich dagegen aussprechen, müssen zurückgepfiffen werden", bemerkte Foede in Anspielung auf Äußerungen des BDI-Chefs Hans Olaf Henkel.

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