Wirtschaft : Neue Gerüchte um die Deutsche und die Dresdner Bank - und auch im Ausland rumort es

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Gerüchte über eine Fusion der Deutschen und der Dresdner Bank haben auch am Freitag die Aktienkurse der beiden Geldhäuser nach oben getrieben. Der "Platow Brief" hatte unter Bezugnahme auf Äußerungen des Vorstandsvorsitzenden der Dresdner Bank, Bernhard Walter, über eine Fusion der beiden Großbanken spekuliert. Platow stellte fest, dass sich Walter "noch nie so weit aus dem Fenster gelehnt" habe. Die Dresdner brauche dringend ein höheres "Kampfgewicht", um ihre Position bei der Neuordnung der französischen Bankenlandschaft zumindest zu halten und, wie von Walter angekündigt, hautnah dabei zu sein. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Rolf E. Breuer, hatte seinerseits bereits bei der Vorstellung der neuen Bank 24 für Gesprächsstoff gesorgt, als er andere Insitute zum "Andocken" einlud. Sprecher beider Institute waren am Freitag nicht zu einer konkreten Stellungnahme bereit, verwiesen aber darauf, daß die Neuorganisation des Privatkundengeschäfts derzeit ein heiß diskutiertes Thema sei. Bestätigt wurden auch Gespräche von "Fachleuten" beider Institute über eine Neuorganisation des Retail-Banking. Es habe sich aber eher um einen Gedankenaustausch gehandelt, Vereinbarungen seien nicht getroffen worden. Bei der Deutschen Bank erklärte ein Sprecher, Möglichkeiten der Zusammenarbeit bestünden grundsätzlich auf den Ebenen der Abwicklung, des Vertriebs und der Produkte. Durch die Ausgründung der Bank 24 bestehe nun auch nicht mehr die Gefahr, dass die "große Deutsche Bank andere Institute in einer Umarmung erdrückt". Auf dem Börsenparkett hieß es, derzeit dürfe über alles spekuliert werden.

In der Vergangenheit war die Commerzbank, als kleinste bundesweite Großbank, stets als Übernahmekandidat genannt worden. Die Argumentation stützte sich dabei stets auf die Behauptung, dass die Commerzbank Nachholbedarf im internationalen Geschäft und im Investment Banking habe. Die Dresdner Bank, an der die Allianz 21,4 Prozent der Anteile hält, war hingegen stets mit der HypoVereinsbank in Verbindung gebracht worden. Auch bei den Bayern ist die Allianz Großaktionär, so dass eine Zusammenlegung der Bankaktivitäten logisch erschien. Die Münchener Banker sind jedoch derzeit mit der Bereinigung ihres Firmenkundengeschäfts, der - so der Vorstandsvorsitzende der HypoVereinsbank Albrecht Schmidt kürzlich - "ersten Baustelle" und des Immobiliengeschäfts ("zweite Baustelle") beschäftigt.

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