Neue Häuser-Krise : Milliardenverlust bei Morgan Stanley macht Experten nervös

Einer der weltweit größten Gewerbeimmobilienfonds von Morgan Stanley hat im vergangenen Jahr 5,4 Milliarden Dollar verloren. Analysten befürchten eine zweite große Häuser-Krise.

Düsseldorf – Die Immobilienkrise kehrt zurück. Im Jahr 2008 war es der Kollaps am Markt für Einfamilienhäuser in den USA, der die Welt in die Rezession stürzte, nun schocken Milliardenverluste bei Gewerbeimmobilien die Anleger. Der Morgan-Stanley-Fonds „Msref VI International“ überraschte seine Anleger Finanzkreisen zufolge jetzt mit einem Milliardenverlust. Einer der weltweit größten auf Bürogebäude und Einkaufszentren ausgerichteten Investmentfonds verlor im vergangenen Jahr rund 5,4 Milliarden Dollar und damit fast zwei Drittel seines Werts. Viele Experten in der Finanzbranche hatten das Platzen der Blase im Markt der Gewerbeimmobilien schon länger vorhergesagt.

Es ist ein Desaster mit langem Anlauf: Die Fondssparte der Bank hat sich mit geliehenem Geld zu Höchstpreisen weltweit in Prestigeprojekte wie das Sony Center in Berlin, den Eurotower der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main oder die Hotelkette Interconti eingekauft. Das fiel leicht, weil Kredite billig waren, weswegen viele Fonds nur wenig Eigenkapital einsetzten. Immobilienkäufe wurden vielfach zu mehr als 90 Prozent fremdfinanziert. Nun muss sich die Bank aus vielen Deals mit dramatischen Verlusten zurückziehen. Wegen der Rezession fallen vor allem in Europa und den USA die Gebäudewerte und Mieten, während die Leerstandsquoten steigen. Der für viele der riskanten Deals verantwortliche Deutschland-Chef James Lapushner musste bereits vor zwei Wochen gehen.

Die Krise am Markt für Gewerbeimmobilien könnte ähnliche Ausmaße annehmen wie das Desaster bei den privaten Immobilien. Allein in den USA sind nach Expertenangaben in den kommenden Jahren Gewerbeimmobilienkredite im Wert von bis zu 1,4 Billionen Dollar vom Ausfall gefährdet. Aber auch deutsche Banken wie die HRE und die zur Commerzbank gehörende Eurohypo sollen betroffen sein. HB

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