Wirtschaft : Neue Hoffnung für Dornier-Beschäftigte Transfergesellschaft auf gutem Weg

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München (nad). Rund 2000 Mitarbeiter des insolventen Regionalflugzeugbauers Fairchild Dornier werden ihren Arbeitsplatz vorerst behalten können. Die Gläubigerbanken stimmten am Mittwoch zu, die geplante Übergangsgesellschaft mit 8,5 Millionen Euro zu unterstützen. Der Bund und das Land Bayern hatten zuvor ebenfalls eine Unterstützung in gleicher Höhe verbindlich zugesagt. Laut Dornier-Betriebsratschef Günter Pfeiffer müssen jetzt nur noch dem Arbeitsamt Qualifizierungsnachweise vorgelegt werden, damit die Übergangsgesellschaft planmäßig am 1. Oktober starten kann. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das hinkriegen“, sagte er.

Die Transfergesellschaft darf nicht später starten, weil Ende September die Sozialplanmaßnahme für die rund 2000 Mitarbeiter endet und diese bei Eintritt in die Transfergesellschaft keinen Tag arbeitslos gewesen sein dürfen. Die Kosten für die Transfergesellschaft sollen sich auf insgesamt 51 Millionen Euro für einen Zeitraum von sechs Monaten belaufen. Neben dem Geld von Bund, Land und Banken schießt die EU 3,1 Millionen Euro für Qualifizierungsmaßnahmen zu. Dazu kommt Kurzarbeitergeld in Höhe von 21 Millionen Euro.

Mit der Transfergesellschaft soll die Chance gesichert werden, dass die Beschäftigten gehalten und wieder in den Betrieb integriert werden können, falls sich doch noch ein Investor finden sollte. Die rund 2000 Mitarbeiter haben fast alle an der Entwicklung des vielgelobten 728er-Jetprogramms gearbeitet, das seit Monaten gestoppt ist.

Bei seinen Verhandlungen mit Investoren ist das Traditionsunternehmen unterdessen offenbar einen großen Schritt weitergekommen: Seit Montag nimmt eine russische Delegation das Firmengelände von Fairchild Dornier im oberbayerischen Oberpfaffenhofen unter die Lupe. Darunter sind der Präsident und der Vize-Präsident der Flugzeugbaufirma Russian Irkutsk Aircraft Production Association (IAPO) sowie ein Manager des sibirischen Aluminiumherstellers Basowyi Elements, dessen Tochterfirma Sibal bereits vor Wochen Interesse an einer Übernahme des deutschen Flugzeugbauers bekundet hatte.

Bei einem Betriebsrundgang am Dienstag hatte die Delegation Betriebsratschef Pfeiffer zufolge „deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie an der Übernahme des gesamten Unternehmens interessiert ist“.

Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang Juli sind die Russen die letzte Hoffnung der Fairchild-Dornier-Mitarbeiter: Andere potenzielle Käufer wie der kanadische Bombardier-Konzern und die italienische Alenia hatten einen Einstieg abgelehnt. Findet sich nicht bald ein Käufer, muss das Unternehmen zerschlagen und in Einzelteilen verkauft werden.

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