Wirtschaft : Neue Hoffnung für Dornier

mwb/HB

Nach dem Insolvenzantrag von Fairchild Dornier zeigen der Regionalflugzeugbauer und die bayerische Staatsregierung Zuversicht.

Ein Dornier-Sprecher kündigte am Mittwoch an, die Gespräche mit potenziellen Partnern würden möglichst bald wieder aufgenommen. Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) sagte, er habe noch eine Portion Optimismus. "Ich glaube, wir haben vom Produkt, vom Markt und von den Finanzierungskonditionen her gute Voraussetzungen", begründete er seine Zuversicht.

Das Unternehmen mit Sitz in Oberpfaffenhofen hatte am Dienstag einen Insolvenzantrag gestellt. Dornier war es in den vergangenen Wochen nicht gelungen, einen finanzstarken Investor für die Produktion seiner Regionalflugzeuge zu finden. Von der Finanzkrise sind insgesamt 4300 Mitarbeiter betroffen, davon allein 3600 in Deutschland. Fairchild Dornier zählt zu den drei größten Regionalflugzeugherstellern der Welt. In das jüngste Dornier-Projekt, die Entwicklung eines Regionaljets 728 mit 70 Sitzen, wurde bislang über eine Milliarde Dollar investiert.

Die Gläubigerbanken des Konzerns sagten bei einem Krisengipfel auf Einladung von Wiesheu und Bayerns Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) am Dienstagabend zu, die Liquidität für die nächsten Monate sicherzustellen, wenn Bund und Freistaat im Gegenzug für einen Teil des so genannten Massekredits bürgen. Allerdings müssen die zuständigen Gremien und auch die EU-Kommission noch zustimmen.

Dornier dementierte bereits am Dienstag Medienberichte, nach denen es inzwischen keine ernsthaften Interessenten mehr für das Unternehmen gebe. "Mehrere Investoren haben uns anhaltendes Interesse signalisiert", betonte ein Sprecher. Das wird auch von Bankenkreisen bestätigt. So gilt der USFlugzeugriese Boeing weiterhin als stark interessiert, ebenso wie die Konkurrenten Bombardier und Embraer.

Investoren könnten möglicherweise ohne Übernahme der Schulden von Dornier einsteigen. Allerdings muss sich zunächst der vorläufige Insolvenzverwalter Eberhard Braun einen Überblick über das Unternehmen verschaffen. Er will in den nächsten drei Monaten eine Lösung finden. In der Branche gilt der neue 728-Jet als sehr gutes Flugzeug. Allerdings ist der Markt eng, von harten Preiskämpfen und Überkapazitäten gekennzeichnet.

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