Wirtschaft : Neue Hoffnung für LTU-Airline

mo/bach/-du

Die Pleite der Düsseldorfer Ferienfluggesellschaft LTU kann womöglich abgewendet werden. Dem Vernehmen nach wird mit drei führenden Flugzeugleasinggesellschaften über eine dauerhafte Partnerschaft verhandelt. Die Gespräche werden mit der weltweit größten Leasing-Gesellschaft International Lease Finance Corporation (ILFC), die bereits einen Teil der LTU-Airbus-Flugzeuge im Bestand hat, den US-Leasingfirmen GATX und der Finanzgruppe CIT geführt. Eine Partnerschaft würde LTU auch die Perspektive auf günstigere Leasingverträge eröffnen. In Folge der Airline-Krise sind die Raten für geleaste Maschinen drastisch gesunken. Allein in den vergangenen Wochen um rund 30 Prozent, heißt es in der Branche. Bis auf eine Maschine sind alle übrigen 27 LTU-Flugezuge verkauft und zurückgeleast.

Außerdem verschafft die Kölner Handelskette Rewe der Airline kurzfristig zusätzlichen Handlungsspielraum. Das Unternehmen von Hans Reischl erklärte sich am Donnerstag bereit, LTU eine Zwischenfinanzierung zu ermöglichen. Bis ein neuer Investor gefunden wird, will Rewe bis zu 300 Millionen Mark zur Verfügung stellen. Als Voraussetzung gilt eine Einigung der LTU-Geschäftsführung mit der Landesregierung auf eine Bürgschaft. LTU hat die Bürgschaft bereits beim Land beantragt. Das Land verlangt im Gegenzug ein schlüssiges Sanierungskonzept. Rewe hatte zum Jahresanfang die LTU-Touristik mit allen Veranstaltern - darunter Jahn, Meiers Weltreisen und Tjaereborg - sowie 40 Prozent der LTU-Airline übernommen. Ein umfangreicheres, langfristiges Engagement zur Rettung von LTU lehnt Rewe nach wie vor ab.

Nach der Einigung mit der Vereinigung Cockpit über einen Sanierungstarifvertrag sind auch die Chancen der LTU-Geschäftsführung gestiegen, mit der Landesregierung über das vorzulegende Sanierungskonzept handelseinig zu werden. Eile ist geboten, weil die Zahlungsfähigkeit der LTU-Airline nur noch begrenzt gewährleistet sein soll. Bei anhaltenden Finanzproblemen droht auch ein Entzug der Fluglizenz. Ungeachtet der Gespräche mit den Leasingfirmen forderte Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold auch die Stadt Düsseldorf auf, sich stärker an den Rettungsversuchen zu beteiligen. Es müsse deutlicher werden, dass die Landeshauptstadt ein erhebliches Interesse am Erhalt der LTU für den Flughafen habe. Die Fluggesellschaft steuert rund 20 Prozent der Einnahmen des Düsseldorfer Flughafens bei.

Während bei LTU also wieder mehr Hoffnung auf Rettung besteht, suchen die Kunden von Sabena nach Anlaufstellen, wo sie ihre Tickets loswerden können. Das Angebot der Firma vom Mittwoch, nicht benutzte Tickets zurückzunehmen, wird nicht flächendeckend umgesetzt. Am Donnerstag erklärte Sabena, die Kunden sollten versuchen, ihre Tickets bei ihrem Reisebüro zurückzugeben und bei anderen Airlines nachzufragen. Zur Zeit akzeptieren American Airlines Sabena-Tickets für Atlantikflüge ohne Aufschlag, KLM und Swissair/Crossair übernehmen die Tickets mit Aufschlag. Bei Lufthansa muss ein neues Ticket gekauft werden. Die Frankfurter setzten am Donnerstag auf der Route Berlin-Brüssel zwei Zusatzflüge ein. Im Zweifel hilft die Sabena-Hotline: 00322 752 05 00 oder die Homepage: www.sabena.be .

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