Wirtschaft : Neue Ideen für das Land

Wirtschaft will Standortkampagne fortsetzen / Gastgewerbe zufrieden

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Berlin - Die deutsche Wirtschaft will die gute Stimmung während der Fußball-WM und die weltweite Aufmerksamkeit nutzen, um die Werbung für den Standort Deutschland zu intensivieren. Dazu soll die während des Turniers eingesetzte Initiative „Land der Ideen“ mit neuem Konzept und frischem Geld verlängert werden. Sie wurde zur Hälfte von der Industrie und dem Bund getragen.

„Beide Seiten haben ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt, das Public-Private-Partnership fortzusetzen“, sagte Eon-Chef und Kuratoriumsvorsitzender Wulf Bernotat am Montag in Berlin. Die Kampagne, die durch einen überdimensionalen Skulpturenpark und das Projekt „365 Orte“ bekannt wurde, sei erfolgreicher gewesen, als es die Initiatoren erwartet hätten. „Wir sollten uns jetzt schnell und intensiv Gedanken darüber machen, wie die nötigen finanziellen Mittel aufgebracht werden können“, sagte Bernotat. Eine Zusage des Bundeswirtschaftsministeriums gebe es bereits. Bund und Wirtschaft haben die laufende Kampagne zusammen mit 26 Millionen Euro unterstützt.

Die FC Deutschland GmbH, die die Initiative mit der Werbeagentur Scholz & Friends betreut hat, soll bis Ende August ein modifiziertes Konzept vorlegen. „Zeit ist jetzt wichtig“, sagte Bernotat. „Land der Ideen“ war anfangs mangels Unterstützung aus der Wirtschaft nur schleppend angelaufen. Geplant ist, die Initiative, die von 23 Unternehmen finanziert wurde, künftig auf eine breitere Basis zu stellen. „Wenn wir wirklich etwas erreichen wollen, müssen wir die Wirtschaft in ihrer ganzen Breite ansprechen“, sagte Beiratsvorsitzender Peter Zühlsdorff. Dabei sollen auch mittelständische Firmen einbezogen werden. Welche Anreize den Firmen geboten werden sollen, ist noch offen. „Es geht letztlich um Außenwirtschaftsförderung“, sagte Wulf Bernotat.

Unterdessen sprach das deutsche Gastgewerbe von einem „riesigen Imagegewinn“ durch die WM. „Wir sind Weltmeister der Gastfreundschaft geworden“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands. Umsatzzahlen konnte sie noch nicht nennen. Der Verband geht aber weiter davon aus, dass Hotels und Gaststätten vor, während und nach der WM 500 Millionen Euro zusätzlich umsetzen könnten. Der Einzelhandel zog eine durchwachsene Bilanz. Zwar rechnet der Branchenverband HDE mit einem Mehrumsatz von rund zwei Milliarden Euro. Doch profitierten hauptsächlich der Elektronikhandel, Lebensmittelgeschäfte und die Verkäufer von Fanartikeln. Laut Bundesagentur für Arbeit wurden während der WM rund 50 000 Stellen in Deutschland geschaffen. Wie viele dieser Jobs aber über die WM hinaus bestehen werden, kann die BA derzeit noch nicht sagen. mot

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