Wirtschaft : Neue Kronen auf eigene Rechnung

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Ein Versprechen hatte Kanzler Schröder vor der letzten Bundestagswahl gegeben: Sozial Schwache soll man auch künftig nicht an den Zähnen erkennen können. Trotz dieses Versprechens müssen die Versicherten ab 2005 die Kosten für den Zahnersatz selbst zahlen und dafür eine Pflichtversicherung abschließen. Was sie kosten wird, ist noch unklar. Zurzeit geben die AngestelltenKrankenkassen im Schnitt fünf Euro pro Versicherten für den Zahnersatz aus. „Wenn man das privat versichert, wird es aber wesentlich teurer“, sagt eine Sprecherin des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen. Die Privaten Kassen haben als Wegmarke 7,50 Euro pro Monat und Versicherten angegeben, doch inzwischen gilt es fast als sicher, dass der Beitrag teurer werden wird. „Wir müssen abwarten, wie der Gesetzentwurf aussieht“, heißt es bei der Barmer Ersatzkasse. Unklar ist etwa noch, ob Ehepartner mitversichert sein sollen. Außerdem hängt die Höhe des Beitrags vom Umfang der Leistungen ab, und die Pakete müssen sowohl bei den Gesetzlichen wie auch den Privaten Kassen erst noch geschnürt werden. Deren Kalkulation orientiert sich aber auch an den Preisen, die im kommenden Jahr neu verhandelt werden. Denn die Festzuschüsse, die von 2004 an auch für Zahnersatz geplant sind, sollen die Kosten senken. „Dann müssen auch die Preise für die Policen sinken“, sagt ein Sprecherin des BKK-Bundesverbandes.

Der Preis dürfte sich aber auch an Alter und Geschlecht orientieren. So zahlt ein 25-Jähriger, der eine Zahnersatz-Zusatzversicherung als Ergänzung zu den gesetzlichen Leistungen abschließt, bei der Allianz derzeit 5,01 Euro im Monat, eine gleichaltrige Frau 6,20 Euro. Ein 55-jähriger Mann zahlt bereits 9,24 Euro, eine gleichaltrige Frau 10,48 Euro. Ob eine komplette Zahnersatzversicherung teurer wird als die 7,50 Euro, mag auch bei der Allianz noch niemand beziffern. „Die Kalkulationsgrundlagen stehen noch nicht fest“, sagte ein Sprecher.pet

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