Wirtschaft : Neue Lücken durch den Zahnersatz

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Die Gesundheitsreform geht weiter: Ab 2005 müssen die 50 Millionen Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung ihren Zahnersatz selber versichern. So hatten es Regierung und Union vereinbart. Eigentlich sollte jeder die Zusatzpolice für Kronen, Brücken und Prothesen für pauschal vier bis fünf Euro pro Monat bekommen, zusätzlich zum Kassenbeitrag. Das geht nicht, monieren nun die Krankenkassen – mindestens acht bis neun Euro seien nötig. Schuld sei die Bürokratie: Bei Arbeitnehmern würde die Versicherungsprämie vom Gehalt abgezogen und vom Arbeitgeber an die Kassen überwiesen. Bei den 21 Millionen Rentnern und Arbeitslosen hingegen müssten die Kassen selbst tätig werden und jeden Einzelnen anschreiben, ihnen ein Konto einrichten sowie säumige Zahler mahnen. Nicht nur die Kassen sind unzufrieden. Auch die Sozialdemokraten haben plötzlich ein Problem damit, dass Krankenschwestern und TopManager den gleichen Versicherungsbeitrag zahlen sollen. 8,50 pro Monat, also 102 Euro im Jahr, seien für Geringverdiener nicht zumutbar, heißt es in der SPD-Fraktion. Die Genossen wollen lieber einen einkommensabhängigen Beitrag für den Zahnersatz – der ließe sich ohnehin viel unbürokratischer einziehen. Doch bislang lehnt es die Union ab, die Gesundheitsreform neu zu verhandeln. gd

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