Neue Opel AG : Opel-Vertrag mit vielen Tücken

Magna und Sberbank zahlen 500 Millionen Euro für ihre Anteile. GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster soll die neue Opel AG führen.

Berlin - Der Opel-Investor Magna und seine russischen Partner stellen erste Weichen für den Neuanfang des Autobauers und lassen Details der Übernahme erkennen. Der Europa-Chef von General Motors (GM), Carl-Peter Forster, soll die neue Gesellschaft aus Opel und Vauxhall führen. Dies sagte der Co-Chef des kanadisch-österreichischen Zulieferers Magna, Siegfried Wolf, nach Angaben von Teilnehmern einer Betriebsversammlung in Rüsselsheim vom Donnerstag. Der frühere BMW-Manager Forster war von 2001 bis 2004 Opel-Chef und machte sich einen Namen als harter Sanierer, bevor er 2004 an die Spitze von GM Europe wechselte.

Magna will Opel zusammen mit der russischen Sberbank und deren Partner, dem Autobauer Gaz, übernehmen. Magna und das staatlich dominierte Geldhaus zahlen für ihren Anteil von 20 beziehungsweise 35 Prozent 500 Millionen Euro. Diese Summe nannte Sberbank-Chef German Gref am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax. Nach der Übernahme bleiben 35 Prozent von Opel beim Mutterkonzern GM, zehn Prozent gehen an die Belegschaft. Die Sberbank will nur vorübergehend einsteigen. Man habe nicht die Absicht, langfristig ein „strategischer Investor“ bei Opel zu bleiben, sagte Gref in Sankt Petersburg.

Knapp eine Woche nach der Opel-Rettung offenbart der Zukunftsplan weitere Tücken. Nach Informationen aus Regierungs- und Unternehmenskreisen muss Opel auch nach der Abkoppelung von GM für seine Patente zahlen. Nach internen Unterlagen der Regierung, die dem „Handelsblatt“ vorliegen, gewährt GM seiner Ex-Tochter zwar Zugang zu allen geistigen Eigentumsrechten des insolventen US-Autobauers. Opel muss dafür aber weiter Lizenzgebühren entrichten, die sich nach Berechnungen der Zeitung in den nächsten zehn Jahren auf fast 6,5 Milliarden Euro summieren dürften.

Auch das Thema Pensionen birgt offenbar noch Zündstoff. In Regierungskreisen hieß es am Donnerstag, bei den Verhandlungen mit Magna sei das Thema zuletzt völlig ausgeklammert worden. In dem von Magna unterzeichneten Vorvertrag werde die Frage, wer in welcher Höhe für die Pensionslasten von insgesamt 4,5 Milliarden Euro aufkomme, nicht einmal erwähnt. Magna habe aber stets deutlich gemacht, dass es nur einen Teil der Pensionslasten tragen wolle. Sprecher von GM, Opel und Magna wollten dazu am Donnerstag keine Stellung nehmen. Magna will bis Ende September den Verkauf abschließen, über den bislang nur ein Vorvertrag geschlossen wurde. mot/HB/dpa

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