Wirtschaft : Neue Perspektiven: 500 Millionen Mark für Innovation in Ostdeutschland

HS

Das Bundesforschungsministerium hat eine halbe Milliarde Mark an die Preisträger des ersten Inno-Regio-Wettbewerbs für Ostdeutschland ausgereicht. In einem achtmonatigen Verfahren wurden 19 Projekte in den neuen Bundesländern aus rund 440 Bewerbungen ausgewählt. "Es ging darum, dass Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam innovative Produkte und Konzepte entwickeln, die sich auf lange Sicht selbst tragen", nannte Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn die Ziele des neuen Programms, das erstmals Fördergelder in einer themenoffenen Ausschreibung versprach. "Die Menschen müssen trotz Globalisierung und Strukturwandel eine Perspektive an ihrem Heimatort erhalten", sagte Bulmahn weiter. In Ostdeutschland bestünde die Gefahr, dass junge Leute auf Grund der wirtschaftlichen Schwäche abwandern. "Wenn der Aufschwung in einigen Jahren greift, könnten motivierte Nachwuchskräfte fehlen, ihn weiter voranzubringen."

Unter den Preisträgern war Berlin als einziges östliches Bundesland nicht vertreten. Die Jury um den früheren Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi hatte das einzige Berliner Projekt "Gesundheitsregion Berlin-Buch" zwar geprüft, aber anderen Regionen den Vorzug gegeben. So wurde der Innovationsverbund "BioHyTec" im Gebiet Potsdam-Luckenwalde ausgezeichnet, in dem Biochips für die Kontrolle von Lebensmitteln und neue biomedizinische Produkte entwickelt werden sollen. Forscher in Bergholz-Rehbrücke untersuchen derzeit verschiedene Grünalgen, um aus ihnen antioxidative Substanzen zu separieren. Mit ihrer Hilfe lassen sich aggressive Radikale in der Haut vermindern, die für den Alterungsprozess des Hautgewebes verantwortlich sind. Beteiligt an dem Verbund sind unter anderen Forschungsinstitute der Max-Planck-Gesellschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft für angewandte Forschung in Potsdam-Golm, die Schering-Tochter Metagen, eine Genomik-Tochter des BASF-Konzerns sowie weitere Firmen des Biotechnologieparks in Luckenwalde. Im Oberhavelland nördlich von Hennigsdorf fanden sich Firmen und Forschungsinstitute zum "Netzwerk Biowertstoffe und Biotechnologie", das gleichfalls zu den Preisträgern zählt.

Die Preisträger aus Mecklenburg-Vorpommern setzten vor allem auf die Revitalisierung der maritimen Industrie und des Präzisionsmaschinenbaus. Sachsen, mit sieben Preisträgern das im Wettbewerb am stärksten vertretene Bundesland, glänzte durch Firmenverbünde in der Biotechnologie, bei Zulieferern für die Automobilindustrie und neue Anwendungen in der Textiltechnik. Thüringen stellte unter anderem eine Modellregion für barrierefreien Tourismus vor.

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