Wirtschaft : Neue Preise bei der Telekom

Corinna Visser

Zum 1. Mai erhöht die Deutsche Telekom die Preise für Telefonanschlüsse um 0,65 Euro. Ein herkömmlicher analoger Anschluss kostet dann monatlich 13,33 Euro statt bisher 12,68 Euro. Der Monatspreis für einen ISDN-Standardanschluss verteuert sich auf 23,60 Euro (bisher: 22,95). Gleichzeitig senkt die Telekom aber die Tarife für Ortsgespräche. Eine Tarifeinheit im Ortsnetz kostet dann nur noch sechs statt bisher 6,2 Cent. Für sechs Cent kann man dann von Montag bis Freitag zwischen 9 und 18 Uhr 90 Sekunden telefonieren, nachts (21 bis 5 Uhr) von Montag bis Sonntag sogar vier Minuten. In der übrigen Zeit dauert eine Tarifeinheit 150 Sekunden.

Wie sich die Preiserhöhung bei den Anschlussgebühren und die Preissenkung bei den Ortsgesprächen am Ende auf die Telefonrechnung auswirken, hängt vom individuellen Telefonverhalten des Kunden ab. So werden Vieltelefonierer im Ortsnetz profitieren. Wer aber sehr wenig oder vor allem in die Ferne telefoniert, zahlt ab Mai drauf. Die Telekom rechnet damit, dass einige Kunden die Tarifumstellung nutzen werden, um den Telefonanbieter zu wechseln.

Grafik: Telefonanschlüsse im Vergleich In Berlin gibt es drei Unternehmen, die komplette Telefonanschlüsse in Konkurrenz zur Telekom anbieten: Arcor, Berlikomm und Mobilcom. Bei Arcor kostet der ISDN-Anschluss 19,95 Euro im Monat, Orts- und Ferngespräche kosten ab zwei Cent pro Minute. Berlikomm bietet einen ISDN-Anschluss ab 29,99 Euro im Monat an. Im Paket enthalten sind kostenlose Ortsgespräche von Berlikomm-Kunde zu Berlikomm-Kunde - von denen es aber noch nicht allzu viele gibt. Je nach Vertrag gibt es bis zu 16 weitere Freistunden im Monat für Ortsgespräche. Ortsgespräche kosten zwei Cent, Ferngespräche ab drei Cent pro Minute. Bei Mobilcom gibt es einen ISDN- (19,94 Euro) oder einen analogen Anschluss (14,83 Euro). Für Ortsgespräche verlangt Mobilcom ab 1,4 Cent pro Minute, für Ferngespräche ab 1,9 Cent. Auch Mobilcom-Kunden telefonieren innerhalb ihrer Stadt kostenlos miteinander.

Ob sich der Wechsel zu einer anderen Telefongesellschaft lohnt, hängt davon ab, wann ein Kunde wohin und wie lange telefoniert. In der Tabelle werden zwei Telefonprofile verglichen: das eines Wenigtelefonierers mit dem eines Vieltelefonierers. Der maximale Preisunterschied zwischen den verschiedenen Telefongesellschaften beträgt etwa 15 Euro. Je mehr jedoch ein Kunde im eigenen Ortsnetz telefoniert desto eher lohnt sich der Wechsel zu einem alternativen Anbieter.

Allerdings: Nach einem vollständigen Wechsel führt der Kunde alle Telefonate - Ortsgespräche, Ferngespräche und Telefonate ins Ausland oder in die Mobilfunknetze - automatisch über diese neue Telefongesellschaft. Das Gleiche gilt für die Einwahl ins Internet. Ferngespräche und Auslandstelefonate sind bei den lokalen Telefongesellschaften aber häufig teurer als bei den günstigen bundesweiten Call-by-Call-Anbietern. Call-by-Call ist aber über einen Anschluss von Arcor, Berlikomm oder Mobilcom nicht möglich. Bei Arcor etwa sind auch alle Nummern gesperrt, die mit 0190-0 beginnen. Über diese 0190er Nummern bieten einige Gesellschaften günstige Orts- und Ferngespräche an. Wenn Sie mit Ihrem Anschluss komplett zu diesen Telefongesellschaften gewechselt haben, können Sie andere Anbieter nicht mehr nutzen - das geht nur mit einem Telekom-Anschluss.

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