Wirtschaft : Neue Spekulationen um Chinas Währung

URSULA WEIDENFELD

Es ist ein Gerücht, das seit dem vergangenen Sommer immer wieder für Unruhe sorgt: Die Chinesen, so sagt es, könnten ihre Währung nicht mehr verteidigen und müßten abwerten.Für Börsianer und Wirtschaftspolitiker in Asien ist das eine Horrorvorstellung.Falle auch Chinas Währung, werde es einen neuen Abwertungswettlauf in der Region geben, der weitere Unternehmen und noch mehr Börsenwerte ruinieren werde.Verteidige China dagegen seine Währung, werde es seiner Rolle als neue Wirtschaftsmacht in der Region gerecht.Es sorge für Stabilität und schaffe neues Vertrauen für den Wirtschaftsraum Asien.

Das mag stimmen.Nur: Schon die andauernden Gerüchte haben in China einen Schwarzmarkt für Geld entstehen lassen.Aus chinesischer Binnenperspektive gibt es zudem gute Gründe, den Renminbi - die chinesische Außenhandelswährung - abzuwerten.Die Wirtschaft des Landes ist von der Asienkrise genau so betroffen wie die anderen südostasiatischen Länder auch.Exporte werden für das Land in dem Maße zum Problem, in dem die anderen Länder des Wirtschaftsraums auf den Weltmarkt zurückkehren.Das Vertrauen in die Finanzwelt des Landes ist erschüttert, seitdem die einst prosperierende Provinz Guangdong Investmentfonds platzen läßt, ohne die Staatsgarantien einzulösen.Das Mißtrauen wächst.In dieser Situation könnte die fällige Neubewertung der chinesischen Volkswirtschaft am Ende mehr nutzen als schaden - auch wenn es für die Unternehmen und Banken der Region erst einmal neue Erdbeben bedeuten würde.

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