Wirtschaft : Neue Spekulationen um Partnerschaft zwischen Vivendi und Mannesmann

Die Aktie der Mannesmann AG hat ihren tagelangen Höhenflug an der Börse am Dienstag unterbrochen. Vor dem Hintergrund weiterer Spekulationen über mögliche Mitstreiter Mannesmanns gegen die britische Vodafone Airtouch sackte der Kurs am Nachmittag um fast 14 Euro auf 259 Euro. Händlern zufolge haben die Anleger Gewinne mitgenommen. Weniger beeindruckt habe die erneute Spekulation, Mannesmann wolle zur Abwehr des Vodafone-Übernahmeversuchs mit dem französischen Mischkonzern Vivendi kooperieren. Unterdessen warf Vodafone Mannesmann erneut vor, die Aktionäre über wichtige Fragen falsch zu informieren. Die vor allem von der französischen Zeitung "Le Figaro" ins Gespräch gebrachten Gerüchte über einen Beistand Vivendis wurden am Dienstag von der "Financial Times" aufgegriffen. Nach diesem jüngsten Pressebericht soll Mannesmann 44 Prozent an der Vivendi-Telekommunikationsholding Cegetel übernehmen und wäre - da Mannesmann bereits neun Prozent hält - Mehrheitseigner. Bezahlt würde Vivendi mit Mannesmann-Aktien, heißt es in dem Bericht. Mannesmann stünde dann ein treuer Großaktionär zur Seite. Man stehe mit Vivendi, wie auch mit einer Reihe anderer Partner, ständig in Kontakt, sagte ein Mannesmann-Sprecher.

Vodafone widersprach am Dienstag den Erklärungen Mannesmanns vom Freitag in einer eigenen Erklärung. Damit setzte der britische Herausforderer die seit Wochen zwischen den Gegnern gängige Praxis fort, die Werbung für sich und das eigene Konzept vorzugsweise über die Medien zu führen. Präzisiert wurden Vodafones Pläne mit der Mobilfunkgesellschaft Orange. Im Falle eines Mehrheitserwerbs von Mannesmann werde Vodafone Mannesmann dessen Tochter Orange abkaufen - durch Barzahlung und Einbringung von Vermögensgegenständen. Anschließend werde Vodafone die Orange-Aktien dem um Vodafone erweiterten Mannesmann-Aktionärskreis anbieten.

Vodafone antwortete mit diesem Hinweis auf die von Mannesmann-Chef Esser geäußerte Überzeugung, Mannesmann-Aktionäre erlitten durch der Verkauf "der Perle" Orange einen deutlichen Wertverlust. Vodafone will die britische Mobilfunkgesellschaft Orange verkaufen, da das Unternehmen aus Wettbewerbsgründen nur eine Mobilfunklizenz in Großbritannien halten darf und die eigene Mobilfunkgesellschaft Vodafone UK nicht abgeben will.

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