Wirtschaft : Neue Spielräume, neue Angebote

-

Selbst Ulla Schmidt, die Ministerin, spricht von ihrer Gesundheitsreform mit wenig Esprit. Sie sei „eine gute Reform, aber kein Grund zur Euphorie“. Drei Wochen nach Beginn der Reform sind auch die 71 Millionen gesetzlich Versicherten noch verunsichert. Für sie hat sich eine Menge geändert – neben den neuen Zuzahlungen und den geringeren Leistungen vor allem bei den KrankenkassenTarifen.

Selbstbehalte: Wer sich zu Jahresanfang verpflichtet, einen Anteil der Behandlungskosten selbst zu tragen, bekommt von der Kasse einen Bonus von 200 bis 300 Euro zurückerstattet.

Bonusprogramme: AOK, Barmer und Co. belohnen eine gesunde Lebensweise. Wer Sport treibt, an einer Rückenschule teilnimmt oder versucht, sich mit Hilfe eines Kurses das Rauchen abzugewöhnen, bekommt Bonuspunkte gutgeschrieben. Die können die Versicherten ab einer gewissen Höhe gegen Sachprämien eintauschen.

Kostenerstattung: Wer will, kann mit seiner Krankenkasse wie ein Privatpatient abrechnen. Der Arzt stellt ihm dann die Leistungen in Rechnung, der Versicherte muss sie auslegen und sich die Kosten anschließend von seiner Kasse erstatten lassen. Experten raten davon aber ab, weil einige Ärzte mehr abrechnen, als den Kassenpatienten zusteht. Folge: Die Kassen erstatten nicht mehr die komplette Behandlung.

Zusatzversicherungen: Ab 2005 übernehmen die Kassen keinen Zahnersatz mehr. Eine ergänzende Versicherung können die Menschen nun auch bei einer gesetzlichen Krankenkasse abschließen. Zusätzlich bieten sie schon jetzt Tarife, die bislang den Privaten vorbehalten waren: Leistungen wie Chefarztbehandlung, Ein- oder Zweibettzimmer sowie eine Reisekrankenversicherung lassen sich hinzuwählen. brö

0 Kommentare

Neuester Kommentar