Wirtschaft : Neue Stellwerke sichern 160 Stellen bei Siemens in Berlin

Konzern erwartet wachsendes Geschäft mit Infrastruktur-Technik für die Bahn / Neuentwicklung kommt aus der Hauptstadt

Carsten Brönstrup

Berlin - Dank einer neuen Generation elektronischer Stellwerke sieht der Elektrokonzern Siemens rund 160 Berliner Arbeitsplätze für die kommenden Jahre als gesichert an. „Wir sind Innovationsführer und erwarten mit unserem neuen Produkt ein wachsendes Geschäft im Ausland und ein stabiles im Inland“, sagte Karsten Bruß, Leiter des Berliner Bahntechnikwerks, dem Tagesspiegel am Rande der Bahntechnikmesse Innotrans. Mit einer Neuentwicklung, die in der Hauptstadt sowie in Braunschweig gefertigt wird, wolle man die weltweite Marktführerschaft sichern.

Mit dem Umstieg auf neue Stellwerke verabschieden sich die Deutsche Bahn und andere Netzbetreiber seit einiger Zeit von Jahrzehnte alten, mechanisch betriebenen Schaltzentralen. Die neuen sollen besser arbeiten und nicht zuletzt auch Personal sparen – ein elektronisches Stellwerk kann in etwa fünf mechanische ersetzen, die Steuerung einer wesentlich größeren Fläche ist möglich. Siemens erklärte, man habe nun ein Produkt entworfen, das den langen Nutzungsphasen bei der Eisenbahn-Infrastruktur Rechnung trägt. „Stellwerke werden nur alle 25 Jahre erneuert, die Elektronik ändert sich aber alle sechs Monate“, sagte Bruß. Der Konzern habe in Berlin nun eine Technik entwickelt, mit der sich ein Stellwerk trotzdem immer auf dem neuesten Stand halten lasse. „Außerdem garantieren wir eine hundertprozentige Zuverlässigkeit“, sagte er. Auch in 50 Jahren sollen Modernisierungen ohne größeren Aufwand möglich sein.

Im Bereich Bahn-Automatisierung arbeiten in Berlin insgesamt rund 800 Beschäftigte. Pro Jahr gibt die Bahn in der Bundesrepublik 500 Millionen Euro für Schienenautomatisierung aus, die meisten Aufträge bekommt Siemens. Die Kosten für ein Stellwerk liegen dem Unternehmen zufolge im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Nach umfangreichen Tests startet der Konzern nun den Verkauf der neuen Stellwerkstechnik. Für drei Projekte in Nordrhein-Westfalen hat Siemens bereits den Zuschlag bekommen. Carsten Brönstrup

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben