Wirtschaft : Neue Telekom-Offensive unter Beschuß

BONN / KÖLN (Tsp/AFP).Die Deutsche Telekom hat ihre neuen Tarifpläne am Mittwoch offiziell bestätigt.Demnach sollen Ferngespräche im Inland zwischen 21.00 und 6.00 Uhr nur noch die Hälfte, nämlich sechs Pfennig pro Minute, kosten.Bei kurzen Ortsgesprächen ist eine Absenkung auf drei Pfennige geplant.Billiger soll auch der Zugang zum Internet werden.T-Online-Kunden sollen nur noch sechs Pfennig pro Minute zahlen - bislang sind es je nach Tageszeit zwischen acht und 13 Pfennig.Ob die Telekom diese Pläne aber realisieren kann, ist noch offen.Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation, die die Pläne absegnen muß, reagierte vorsichtig.

Sollte der Branchenprimus mit den Tarifen alle Wettbewerber unterbieten, "wäre das wohl problematisch", sagte der Vizepräsident der Behörde, Arne Börnsen, auf Anfrage.Kritik kam auch von den privaten Wettbewerbern."Das sind mit Sicherheit Kampfpreise", hieß es am Mittwoch beim Branchenverband VATM in Köln.Die Regulierungsbehörde müsse "sehr, sehr genau prüfen", ob es sich bei dem Angebot nicht um Preisdumping handele, sagte der stellvertretende VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner.Die privaten Telefonfirmen müssen dem Ex-Monopolisten Gebühren für die Netzzusammenschaltung zahlen, die laut Grützner in vielen Fällen schon nahe am oder sogar über dem nun anvisierten Endkundenpreis der Telekom liegen.Sie seien damit vielfach gar nicht in der Lage, den Telekom-Preis zu unterbieten.Grützner verlangte eine sofortige Senkung der sogenannten Interconnection-Gebühren für den Fall, daß die Regulierungsbehörde die neuen Telekom-Tarife genehmigen sollte.

Unterdessen kündigte der Branchenprimus am Mittwoch auch den Ausbau seines T-Online-Dienstes an.Kernpunkt ist vor allem eine stärkere Internationalisierung des Dienstes.In 150 Ländern stünden ab sofort 2500 Einwahlpunkte zur Verfügung, sagte T-Online-Chef Wolfgang Keuntje.Zudem soll auch der Dienst selbst auf andere Länder ausgedehnt werden, zunächst auf die deutschsprachigen Nachbarn Österreich und Schweiz, später auf weitere europäische Staaten.Ein Engagement in den USA schloß Keuntje langfristig nicht aus.Ferner sollen im Internet monothematische Anlaufpunkte mit Angeboten anderer Firmen geschaffen werden, etwa zum Einkaufen, für Geschäftsleute und für Jugendliche.

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