Neue Vertragsbedingungen : Bahn will Kundendaten für Marketing nutzen

Die Deutsche Bahn will künftig die Daten ihrer Bonus-Programm-Kunden für das Marketing nutzen. Dadurch sollen Partnerfirmen passgenaue Werbung schalten können. Nach und nach müssen Kunden jetzt den neuen Vertragsbedingungen zustimmen.

Die Deutsche Bahn will die Daten ihrer Kunden künftig für Marketing-Aktionen nutzen.
Die Deutsche Bahn will die Daten ihrer Kunden künftig für Marketing-Aktionen nutzen.Foto: dpa

Die Deutsche Bahn weiß eine Menge über ihre Kunden, die Mitglieder in ihrem Bahn-Bonusprogramm sind: Wann sie Bahn fahren, wohin und wie oft. Diese Kundendaten will die Bahn für ihr Marketing nutzen. Das bestätigte ein Sprecher der Bahn am Sonntag in Berlin. Er widersprach aber der Darstellung des „Spiegel“, demzufolge das Unternehmen mit den Daten seiner Kunden Geld verdienen wolle. „Die DB gibt bislang keinerlei Kundendaten zu Marketingzwecken an Dritte weiter und plant dies auch künftig nicht“, versicherte das Unternehmen.

Das Nachrichtenmagazin hatte geschrieben, die Bahn lasse sich seit einigen Wochen neue Vertragsbedingungen von ihren Bonus-Kunden bestätigen, um künftig detaillierte Daten für passgenaue Werbung erheben zu können. Partnerfirmen sollten ihre Angebote dann über die Bahn gezielt platzieren können.

Kunden der Deutschen Bahn schließen künftig zwei Verträge

Die Bahn erklärte, das Bahn-Bonus-Programm sei vom Bahncard-Programm der Bahn getrennt und damit zu einem eigenständigen Kundenbindungsprogramm gemacht worden. Kunden müssten jetzt also zwei Verträge abschließen und in die neuen Bahn-Bonus-Bedingungen gesondert einwilligen. „Diese beinhalten auch die Nutzung der Kundendaten zu Marketingzwecken“, teilte die Bahn mit. Die Kundendaten würden jedoch weder an Kooperationspartner von Bahn-Bonus noch an Dritte weitergegeben oder verkauft. Nach Auffassung der Bahn sei die neue Vorgehensweise aus Sicht des Datenschutzes deutlich transparenter. Geplant sei, Bahnkunden künftig auf sie zugeschnittene Angebote zu unterbreiten. Der Kunde könne der Zusendung von Werbung aber widersprechen.

Der „Spiegel“ hatte berichtet, nach seinen Informationen sollten Bahnkunden auf ihre „individuellen Bedürfnisse“ zugeschnittene Werbeangebote erhalten – von Kooperationspartnern wie Banken, Versicherungen oder Fast-Food-Ketten. Die Daten, die die Bahn dafür erhebe, seien detailliert: Der Preis der Fahrkarte werde ebenso gespeichert wie der Abgangs- und Zielbahnhof, die Wagenklasse und die Verkaufsstelle. „Hier scheint die Bahn ihre Interessen über die schutzwürdigen Interessen ihrer Kunden zu stellen“, zitierte das Magazin den für die Bahn zuständigen Berliner Datenschutzbeauftragten Alexander Dix, der den Vorgang derzeit prüfe. (dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar