Wirtschaft : Neue Züge, neue Preise - aber Pechsträhne hält an

BERLIN / BONN (du/rtr).Die Deutsche Bahn hat auf der Internationalen Tourismus-Börse eine Reihe von Neuerungen angekündigt.Doch als der Vorstandsvorsitzende der neugebildeten DB Reise und Touristik, Axel Nawrocki, gestern über neue Hochgeschwindigkeitszüge und Familienfreundlichkeit berichtete, stand eine Unfallserie im Mittelpunkt des Interesses.Ein Brand im Kölner Hauptbahnhof forderte zwar weder Tote noch Verletzte, führte aber zu Verspätungen im Zugverkehr in ganz Deutschland.

Mit neuen Tarifen will sich die Deutsche Bahn ab dem 1.April familienfreundlich geben.Die Altersgrenze für den kostenlosen Transport wird von vier auf sechs Jahre angehoben, bis elf Jahre werden Kinder zum halben Preis befördert.Der Preis für die BahnCard Familie, mit der künftig auch Kinder ohne Begleitung der Eltern ein Jahr lang zum halben Preis Bahn fahren können, wird von 120 auf 65 DM gesenkt.Für 109 Mark sind vom 6.April bis 30.September täglich außer freitags und sonntags zwischen neun Uhr und drei Uhr früh Hin- und Rückfahrten im InterRegio möglich.

Erstmals stellte die Bahn den neuen "Metropolitan" vor, der ab dem Spätsommer zunächst zwischen Hamburg und Köln verkehren soll.Die Passagiere können bei der Buchung zwischen den drei Komfortbereichen "Office" zum Arbeiten, "Silence" zum Entspannen und "Club" für ein Unterhaltungsangebot wählen.Der Grundpreis von 180 DM pro Strecke liegt unter dem Erster-Klasse-ICE-Tarif, Bahncard-Besitzer erhalten 25 Prozent Rabatt.Unter dem Namen "DB NachtZug" wird ab Ende Mai der Nachtreiseverkehr neu organisiert.Bis Mai kommenden Jahres werde die Bahn zudem für mehr als 120 Mill.DM sämtliche Schlaf-, Liege- und Sitzwagen modernisieren.Unter dem neuen Titel werden ab Berlin zunächst Nachtzüge nach München und Dortmund/Köln/Bonn eingesetzt.

Auf der Route Stuttgart - Zürich beginnt Ende Mai der Einsatz der neuen ICEs mit Neigetechnik, die eine schnellere Kurvenfahrt ermöglicht.Insgesamt 63 dieser Züge sind bestellt, dazu kommen 50 ICE 3.Insgesamt, so Technik-Vorstand Karl Dietrich Reemtsema, investiere die Bahn bis zum Jahr 2003 jährlich rund eine Mrd.DM in neue Fahrzeuge.Ab dem kommenden Jahr sollen die neuen Züge auch von Berlin über Leipzig und Nürnberg nach München rollen.

Derweil führten mehrere Zwischenfälle erneut zu Verzögerungen im Bahnverkehr: Für erhebliche Verspätungen sorgte am Montag morgen vor allem ein Schwelbrand im Kölner Hauptbahnhof, der den gesamten Zugverkehr auf einer der wichtigsten deutschen Schienenverbindungen für mehr als eineinhalb Stunden lahmlegte.In Bayern mußte in der Nacht zum Montag zeitweilig der Verkehr auf der S-Bahn-Strecke Nürnberg-Schwandorf eingestellt werden, nachdem im Bahnhof Lauf an der Regnitz vier Güterwaggons entgleist waren.Sachschaden verursachte außerdem ein Feuer im Hauptbahnhof Hannover.In Köln mußte nach Angaben des Bundesgrenzschutzes der Zugverkehr um 09.50 Uhr eingestellt und der gesamte Bahnhof wegen starker Rauchentwicklung geräumt und gesperrt werden.Vermutlich sei bei Baggerarbeiten ein Stromstrang beschädigt worden, der dann in einer Länge von 15 bis 20 Metern Feuer gefangen habe, hieß es.Dabei habe es einen fast zweistündigen Stromausfall im gesamten Publikumsbereich gegeben, Beleuchtung, Fahrkartenautomaten und Computer seien ausgefallen.Erst nach dem Einsatz von Feuerwehr und Grenzschutz seien die Sperren um 11.28 Uhr wieder aufgehoben worden.Schon in der vergangenen Woche hatten mehrere Zugunglücke den Bahnverkehr stark beeinträchtigt.

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