Wirtschaft : Neuemissionen: Jeder Dritte will zeichnen

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Mehr als jeder dritte Deutsche hat schon einmal den Wunsch gehabt eine Aktien-Neuemission zu zeichnen, aber nur knapp 20 Prozent haben sich diesen Wunsch auch erfüllt. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass nur acht Prozent bei der Zeichnung von Neuemissionen auch eine Zuteilung erhalten haben. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die das Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag der Commerzbank durchgeführt hat.

Der Wunsch nach Neuemissionen sei bei Männern stärker ausgeprägt als bei Frauen , stellt die am Montag in Frankfurt (Main) veröffentlichte Studie fest. Mit zunehmendem Alter sinke der Wunsch nach Neuemissionen. Mit steigender Bildung nehme dieser Wunsch hingegen zu. Aktienbesitzer schließlich hätten ein deutlich ausgeprägteres Interesse an neuen Aktien als Anleger, die ausschließlich in Investmentfonds investierten.

Vor allem das Zuteilungsverfahren empfinden die potentiellen Käufer als großes Hindernis. 62 Prozent der Befragten empfänden es als zu kompliziert, rund zwei Drittel seien der Ansicht, die Zuteilung erfolge für den Privatanleger ungerecht, hat Emnid festgestellt. Dabei bewerten Besitzer von Aktien die Zuteilungsmechanismen deutlich kritischer als Nichtaktionäre. Männer empfinden sie deutlich stärker als ungerecht als Frauen, Westdeutsche stärker als Bürger aus den neuen Bundesländern. Zudem bemängeln die potenziellen Investoren, in der Regel zu wenig Informationen über die Unternehmen zu haben, die an die Börse gehen.

Triebfeder für die Höhe der Bereitschaft Aktien zu zeichnen ist nicht zuletzt die Aussicht auf Gewinne. 58 Prozent der befragten Männer und 38 Prozent der Frauen wollten mit den Aktien schnelle Zeichnungs- oder Kursgewinne erzielen, ergab die Studie weiter. Mehr als die Hälfte der 14 bis 29-Jährigen glaube dabei an schnelle Gewinne. Diese Altergruppe sei zudem sehr risikofreudig, haben die Meinungsforscher festgestellt. Mit steigendem Alter nimmt die Zuversicht ab. Nur noch 35 Prozent der über 65-Jährigen rechnet mit schnellen Gewinnen. Je höher der Bildungsgrad, desto größer sei allerdings der Glaube an Gewinnchancen. Zwischen den Bewohnern der alten und der neuen Bundesländer gebe es jedoch keine Unterschiede in der Einschätzung der Gewinnchancen. Wer von den Anlegern in der Vergangenheit bei Zeichnungen von Neuemissionen erfolgreich war, sieht die Möglichkeiten der negativen Kursentwicklungen weniger kritisch.

In der Untersuchung, die auf rund 1500 Interviews basiert und im Zeitraum vom 21. Juni bis zum 24. Juni durchgeführt wurde, hat Emnid auch nach den konkreten Zeichnungswünschen für die Papiere der Telekom, von Infineon und von T-Online gefragt. Nahezu jeder zweite Befragte, der bereits Neuemissionen gezeichnet hatte, wäre gerne an der Neuemission von Infineon beteiligt gewesen. Damit war Infineon der "Renner" unter den Emissionswünschen der Investoren, stellten die Meinungsforscher fest. Zeichnungswünsche wurden vor allem von den jüngeren Altersgruppen geäußert, die von Emnid als "techniknäher" einstuft werden. Aktien der Deutschen Telekom wurden hingegen vor allem von den älteren Befragten präferiert.

Auffällig am Ergebnis der Untersuchung von Emnid ist, dass mehr als die Hälfte der Befragten angibt, eine der beiden Anlageformen, also Aktien oder Fonds zu besitzen. Jeder Zehnte nutzte sogar beide Anlageformen. Besonders hoch bei den Befragten war der Anteil der Menschen mit einem hohen Bildungsniveau. Je höher das Bildunsgniveau, desto höher war auch auch die Nutzungshäufigkeit sowohl bei einem als auch bei der Nutzung der beiden Produktgruppen. Die so genannte Besitzdichte war naturgemäß bei den 40 bis 60-jährigen Investoren besonders hoch.

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